Arbeitgeberinterview: Rittershaus Rechtsanwälte

Der Schwerpunkt der 1969 gegründeten Wirtschaftskanzlei Rittershaus liegt im Gesellschaftsrecht mit besonderer Ausrichtung auf Umstrukturierungen, M&A-, Private Equity- und Venture-Capital-Transaktionen, ferner auf Unternehmensfinanzierungen sowie Unternehmens- und Vermögensnachfolge. Mit einer integrierten Steuerberatungsgesellschaft ist die Kanzlei Full-Service Anbieter für ihre Mandanten. Rittershaus verbindet fachliche Herausforderungen mit der Kultur einer mittelständischen Kanzlei und legt besonderen Wert auf die Ausbildung des juristischen Nachwuchses.

Karrieremagazin: Herr Dr. Treitz, bei jeder Recherche kommt man in der Regel auf die Website und Sie sagen dort: „Wir sind anders.“ Was macht Sie denn anders? Was hebt Sie von anderen Kanzleien Ihrer Größe ab?

Dr. Patrick Treitz: Wir versuchen vor allem, immer am Puls der Zeit zu sein – nicht nur bei unserem Online-Auftritt, sondern auch bei der Ausbildung und Betreuung unserer Mitarbeiter (m/w/d). Die Nachwuchsarbeit hat bei Rittershaus seit jeher einen enorm hohen Stellenwert. So haben wir vor drei Jahren beispielsweise das 40-jährige Jubiläum unserer Nachwuchsakademie, dem „Fohlenstall“, feiern können. Es gibt nicht viele Kanzleien, die auf eine solch lange Ausbildungstradition zurückblicken können. Das macht uns stolz. Nicht nur weil wir seither eine sehr große Zahl hervorragender Juristen auf ihrem Ausbildungsweg begleiten durften, sondern auch weil der Großteil unserer Associates und Partner (m/w/d) irgendwann einmal in unserem „Fohlenstall“ angefangen hat.

„Anders“ sind wir vielleicht aber auch deswegen, weil wir unsere Mitarbeiter (m/w/d) nicht in feste Strukturen pressen wollen, sondern eigene Ideen unterstützen und fördern. Wer ein Projekt umsetzen möchte, kann das auch tun. Das gilt sowohl für die eigene rechtliche Schwerpunktsetzung als auch für neue Möglichkeiten der Kontaktaufnahme mit Mandanten – sei es im digitalen oder analogen Bereich.

Was jedoch vor allem viele Generationen von „Rittershäuslern“ eint, ist der Spaß an und bei der Arbeit. Es herrscht eine besondere Kultur des Miteinanders, die sich über viele Jahre entwickelt hat und die man auch als neuer Mitarbeiter schnell spüren und erleben kann.

„Wir versuchen vor allem, immer am Puls der Zeit zu sein“

Karrieremagazin: Sie haben einen besonderen Weg eingeschlagen und haben Ihre Associates einfach in einer Umfrage nach ihren Bedürfnissen gefragt. Ein Weg ohne viel Aufwand, aber mit viel Wirkung. Warum haben Sie sich für diese Linie entschieden? Und wie ist das bei Ihren Mitarbeiter*innen angekommen?

Dr. Patrick Treitz: Die Antwort ist eigentlich ganz einfach: Wer soll die Bedürfnisse unserer Associates (m/w/d) besser kennen als sie selbst? Und egal, wie viel man bereits richtig macht: Wer seine eigenen Mitarbeiter fragt und sich ernsthaft und selbstkritisch mit den Antworten auseinandersetzt, wird immer ein Verbesserungspotential identifizieren können. Das haben auch wir gemacht und daraus unsere Schlüsse gezogen, sei es mit der Einführung neuer Karrierestufen, der Stärkung unserer Teilzeitmodelle oder der Unterstützung bei Betreuungsengpässen durch unseren Familienservice.

Wer die Anliegen seiner Mitarbeiter (m/w/d) nicht ernst nimmt, wird im Kampf um die besten Köpfe früher oder später ein Problem bekommen. Und vor allem haben wir die Erfahrung gemacht, dass die Wünsche, die unsere Mitarbeiter (m/w/d) geäußert haben, nachvollziehbar und umsetzbar waren.

Karrieremagazin: Ihr Haus hat Teilzeitarbeit in allen Stufen eingeführt, Urlaubszeiten werden verlängert, bei Betreuungsengpässen wird ausgeholfen. Zahlt sich das mit Hinblick auf die Mitarbeiterzufriedenheit aus? Eine gute Work-Life-Balance dürften Ihre Mitarbeiter ja definitiv haben.

Dr. Patrick Treitz: Ich bin davon überzeugt, dass wir im Vergleich zu unseren Mitbewerbern eine gute Work-Life-Balance bieten und eine hohe Mitarbeiterzufriedenheit haben. Wir legen Wert darauf, dass unsere Mitarbeiter (m/w/d) Ihren Urlaub vollständig nehmen und sich jeder das für ihn passende Arbeitsmodell aussuchen kann. Aber man darf sich natürlich keine Illusionen machen: Die Arbeit in einer Wirtschaftskanzlei ist jeden Tag aufs Neue herausfordernd und oft auch kein „9 to 5“-Job. Wir betreuen anspruchsvolle Mandanten und möchten deren Anliegen in vollem Umfang gerecht werden. Das erfordert natürlich manchmal eine gewisse zeitliche Flexibilität und persönliche Belastbarkeit. Die Tätigkeit in einer Wirtschaftskanzlei ist besonders spannend, aber auch besonders herausfordernd.

Entscheidend ist jedoch, dass uns die Zeit, die wir in der Kanzlei oder bei unseren Mandanten verbringen, Freude bereitet. Das ist nur möglich, wenn wir ein angenehmes persönliches Miteinander pflegen und die Türen – über alle vermeintlichen Hierarchiestufen hinweg – immer für den anderen offenstehen. Die vielen persönlichen Freundschaften, die innerhalb unserer Kanzlei bestehen, sprechen dafür, dass wir das schon sehr gut hinbekommen. Wir sind jedoch bestrebt, uns auch hier weiterhin zu verbessern.

Es gibt keine bestimmte „Notengrenze“, die unabänderlich über den Erfolg einer Bewerbung entscheidet – auch wenn diese Frage bei Bewerbermessen sehr oft gestellt wird.

Karrieremagazin: Was sollte ein/e Bewerber*in denn mitbringen, wenn er/sie/* bei Rittershaus als Praktikant*in oder Referendar*in einsteigen will? Und welche Ausbildung bieten Sie für diese Zielgruppe?

Dr. Patrick Treitz: Zunächst einmal ein aufgeschlossenes und freundliches Auftreten. Darüber hinaus haben wir keine feststehenden Kriterien für eine Bewerbung. Insbesondere gibt es auch keine bestimmte „Notengrenze“, die unabänderlich über den Erfolg einer Bewerbung entscheidet – auch wenn diese Frage bei Bewerbermessen sehr oft gestellt wird.

Klar ist aber auch, dass wir sehr hohe Anforderungen bei der Einstellung unseres juristischen Nachwuchses anlegen müssen. Wir wollen die Besten. Und da wir in unseren Referendaren (m/w/d) von heute unsere Anwälte von morgen sehen, müssen die akademischen Leistungen natürlich „passen“. Von Einzelnoten lässt sich so etwas aber kaum abhängig machen, das Gesamtbild muss einfach stimmen. Wie engagiert sich ein Bewerber außeruniversitär? Welche Leidenschaften oder Hobbys hat er? Welche Hürden musste der Bewerber bis zum Absolvieren des ersten Staatsexamens schon überwinden? Jeder Lebenslauf ist unterschiedlich. Wir versuchen dem bei unserem Auswahlprozess gerecht zu werden.

Auch bei unseren studentischen Praktikanten (m/w/d) gibt es keine schematischen Einstellungsvoraussetzungen. Hier wäre es auch noch weniger zweckmäßig, nur auf Noten zu schauen, zumal diese oftmals noch gar nicht in repräsentativem Maße vorhanden sind.

Bei den Praktikanten (m/w/d) kommt es uns vor allem darauf an, ihnen einen realistischen Einblick in die Tätigkeit einer Wirtschaftskanzlei zu geben. So können die Praktikanten in unserem alljährlichen „Sommerpraktikum“ sämtliche Bereiche unserer Kanzlei und vor allem auch „die Köpfe dahinter“ kennenlernen. Aber auch der Spaß soll nicht zu kurz kommen, sei es mit gemeinsamen Besuchen im Biergarten oder den „Knighthouse-Games“, bei denen die Praktikanten in einem (nichtjuristischen) Wissensquiz gegen ein Anwaltsteam antreten dürfen.

Unsere Referendare (m/w/d) können einerseits – zusammen mit den Anwälten (m/w/d) – an unseren kanzleiinternen Fortbildungsveranstaltungen teilnehmen und sich so bei spezifischen rechtlichen Themen fortbilden. Darüber hinaus ist uns aber auch bewusst, dass die Referendare noch ein zweites Examen absolvieren müssen. Die Vorbereitung hierauf unterstützen wir mit einem Kaiser-Repetitorium, das mehrmals jährlich in unseren Mannheimer Kanzleiräumen stattfindet.

Zudem können alle unsere Referendare (m/w/d) kostenlos 15 bewertete Kaiser-Referendarklausuren schreiben. Dies natürlich völlig anonym und ohne dass wir die Ergebnisse sehen würden.

Der wesentliche und gewinnbringendste Teil der Ausbildung ist aber sicherlich das „Training on the Job“ und die dabei gewonnenen Erfahrungen.

Karrieremagazin: Wie kann ich mir bspw. als Referendar*in einen normalen Arbeitstag bei Rittershaus vorstellen? Welche spannenden Aufgaben warten auf mich?

Dr. Patrick Treitz: Sie haben zunächst mal einen festen Partner (m/w/d) als Ausbilder zugeordnet, der für Ihre Betreuung zuständig ist. Mit diesem stimmen Sie Ihre festen Anwesenheitstage bei uns ab, wobei wir hier flexibel sind und auf Arbeitsgemeinschaften und sonstige Termine oder Verhinderungen natürlich Rücksicht zu nehmen versuchen.

Jeder Referendar (m/w/d) kann sich nach seinem morgendlichen Eintreffen – meist gegen 9:00 Uhr – zunächst frei einen unserer Referendararbeitsplätze aussuchen. Es besteht dabei die Wahl zwischen mehreren Einzelbüros, aber auch Zimmern zu zweit oder zu dritt.

Danach wird sich mit dem betreuenden Anwalt (m/w/d) über die anstehenden Aufgaben abgestimmt. Wie diese Aufgaben dann aussehen, ist natürlich sehr individuell – das kann eine Unterstützung bei dem Entwurf von Schriftsätzen, aber auch bei rechtlichen Recherchen und oder Stellungnahmen sein. Auch bei Besprechungen mit Mandanten oder bei Gerichtsterminen können unsere Referendare (m/w/d) grundsätzlich dabei sein.

Karrieremagazin: Auf Ihrer Website strahlen einem viele lachende Gesichter entgegen. Wie sympathisch und lustig ist Rittershaus denn? Gibt es regelmäßige Events, die besonders Spaß machen und das Betriebsklima fördern, mal abgesehen von den klassischen Veranstaltungen wie einer Weihnachtsfeier oder ein Sommerfest?

Dr. Patrick Treitz: Auch bei den „klassischen Veranstaltungen“ geht es bei uns durchaus außergewöhnlich zu, etwa mit dem alljährlichen Auftritt unserer kanzleieigenen Rockband, den „Knighthouse Boys“, bei unserer Weihnachtsfeier. Neben unseren Betriebsausflügen z. B. beim Rodeln, auf der Kartbahn oder einer Rheinkreuzfahrt ist auch unser alljährlicher Skiausflug ein besonderes Highlight. Das Schöne an den Events ist aber vor allem, dass die Mitarbeiter (m/w/d) sämtlicher Standorte regelmäßig zusammenkommen, was für das Zusammengehörigkeitsgefühl natürlich sehr wichtig ist.

Karrieremagazin: Lieber Herr Dr. Treitz, herzlichen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben, unsere Fragen so ausführlich zu beantworten.

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