Arbeitgeberinterview | Baker McKenzie, Internationale Kanzlei für Wirtschaftsrecht

Baker McKenzie’s Markenzeichen ist Internationalität. Mitarbeiter:innen haben über Mobilitätsprogramme die Chance, an unterschiedlichen Standorten Erfahrungen zu sammeln. Baker McKenzie ist ein Vorreiter in Sachen Digitalisierung und Innovation, Vernetzung und digitales Arbeiten gehörten auch vor der Pandemie schon zum Alltag. Das IQB Karrieremagazin Redaktionsteam sprach anlässlich der Nominierung für den azur Award Innovation mit Claudia Trillig, Director Recruiting und Professional Development.

Karrieremagazin: Frau Trillig, auf welche Ihrer jüngsten Entwicklungen, Initiativen oder Auszeichnungen ist Baker McKenzie oder sind Sie persönlich besonders stolz?

Claudia Trillig: Besonders gefreut habe ich mich über einen tollen 4. Platz unserer Kanzlei im diesjährigen „azur100 Top-Arbeitgeber für Juristen“ Ranking. Was mich persönlich daran besonders gefreut hat, ist das tolle Feedback unserer Associates in der Kategorie „Zufriedenheit“, mit dem wir in den Top 10 der Kanzleien ganz vorne mitspielen, ebenso wie die hervorragende Bewertung durch Nachwuchsjurist;innen in der Kategorie „Image“. Das ist keine Selbstverständlichkeit, dahinter steckt fortwährende Arbeit und gemeinsames Bemühen. Das bestärkt uns gleichzeitig, unsere Themen in Sachen Personal- und Nachwuchsförderung weiter
voranzutreiben. Auch das kontinuierliche Engagement unserer Kolleg:innen im Zuge unserer virtuellen „StayConnected“ Initiative, die wir zu Beginn von Corona 2020 aus der Taufe gehoben haben, trägt Früchte – innerhalb unserer Kanzlei. Denn seit einem Jahr bleiben wir durch einen Mix aus Networking, Weiterbildung, Tipps/Q&As und Fitnessangeboten in diesen Zeiten miteinander verbunden und auch darüber hinaus: So wurden wir für die Initiative für den azur Award „Innovation“ nominiert und erhielten den PMN Management Award 2020. StayConnected ist auch Ausdruck unserer DNA – wir alle ziehen an einem Strang und sind als ein großes Team über unsere Büros hinweg miteinander verbunden. So schalten sich z.B. zu den Sessions nicht nur zahlreiche Kolleg:innen als Zuhörer:innen hinzu, sondern viele von ihnen sind auch als Referent:innen mit von der Partie und bringen sich aktiv ein.  

„Team- und büroübergreifende Zusammenarbeit und Vernetzung, auch durch Chat- und Videokonferenz­programme, gehören zu unserer Kanzleikultur – auch schon vor Corona“

Karrieremagazin: Digitalisierung ist bei Baker McKenzie ein Kernthema. Sie haben während der vergangenen sechs Monate im HR-Bereich umfassende Online-Angebote gemacht. War die Corona Pandemie der Treiber dieser Entwicklung oder nur ein Katalysator für eine ohnehin schon geplante Digitalisierung?

Claudia Trillig: Team- und büroübergreifende Zusammenarbeit und Vernetzung, auch durch Chat- und Videokonferenzprogramme, gehören zu unserer Kanzleikultur – auch schon vor Corona, genauso wie „bAgile“, also zeit- und ortsunabhängiges Arbeiten. Durch die Pandemie bekamen diese Themen natürlich noch einmal eine neue Dimension – einen „Booster“ sozusagen. Uns lag und liegt es besonders am Herzen, den Kontakt und Austausch untereinander zu fördern und Kolleg:innen in diesen außergewöhnlichen Zeiten zu verbinden und zu motivieren.

Karrieremagazin: Wie wirkt sich das digitale Arbeiten bei Ihren Anwält:innen  auf die tägliche Arbeit aus? Können Berufseinsteiger:innen und Nachwuchsjurist:innen davon profitieren?

Claudia Trillig: Die Flexibilität, die unsere Initiative “bAgile” bietet, ist gerade auch für Berufseinsteiger:innen und Nachwuchsjurist:innen interessant und kommt dem oft geäußerten Wunsch einer ausgewogenen Work Life Balance entgegen: Der Weg ins Büro entfällt, es bleibt Zeit, z.B. morgens vor der Arbeit/in der Mittagspause eine Runde joggen zu gehen oder Einkäufe zu erledigen. Und „bAgile“ erweitert Horizonte, denn es ist möglich, an anderen Orten zu arbeiten, in denen wir mit Büros vertreten sind. Gleichzeitig bedeutet flexibles Arbeiten in Zeiten von Corona auch eine Herausforderung, denn den persönlichen Kontakt kann man freilich nicht durch Zoom Meetings ersetzen.

Karrieremagazin: Mit der Beteiligung an Reinvent Law, dem Legal Innovation Hub in Frankfurt, treiben Sie die digitale Transformation in vielen Bereichen der juristischen Arbeit aktiv voran. Welche Rolle spielt Legal Tech aktuell bei Baker?

Claudia Trillig: Baker ist in der Kanzleiwelt von der ersten Stunde in Sachen Legal Tech wesentlich dabei und prägt die Szene. Als Hauptkooperationspartner von Reinvent Law waren wir die erste Kanzlei, die hier ein klares Signal gesetzt hat. Vom anfänglichen teilweise theoretischen Ansatz ist das Thema zwischenzeitlich sehr konkret geworden. Für unsere Anwält:innen ist Legal Tech heute ein selbstverständlicher Teil der Beratung. Ein Beispiel unserer Bestrebungen in punkto Legal Tech / Künstliche Intelligenz ist unsere weltweite Kooperation mit eBrevia, einem Spin-off von Wissenschaftlern der University of Columbia mit Fokus auf der Analyse von Verträgen in M&A Prozessen. Als erste Anwältin unserer deutschen Büros absolvierte Dr. Valesca Molinari (M&A/Corporate) ihr Fellowship im „Centre for the Fourth Industrial Revolution“ (C4IR) des World Economic Forum (WEF). Unter anderem arbeitete sie an Projekten zur autonomen und urbanen Mobilität. Baker war die erste globale Kanzlei, die eine Partnerschaft mit C4IR eingegangen ist. C4IR bringt führende Unternehmen, dynamische Start-ups, die Zivilgesellschaft, Hochschulen und internationale Organisationen zusammen. Darüber hinaus gibt es in all unseren deutschen Büros Anwält:innen, die die Rolle der “Innovation Ambassadors“ übernehmen und Nachwuchsjuristen zeigen, wie sie eigenständig Produkte entwickeln, neue Ideen umsetzen und in der Praxis gestalten können. Kurz: Es geht nicht darum, tolle Entwürfe auf dem Papier auszuarbeiten, sondern konkrete Anwendungen in den täglichen Beratungsalltag einfließen zu lassen. Davon profitieren wiederum unsere Mandanten.

Karrieremagazin: Beschreiben Sie Baker McKenzie mit drei Schlagworten.

Claudia Trillig: Unternehmerisch permanent vorantreibend, vielfältig und integrierend

Karrieremagazin: Wie würden Sie Ihre Unternehmenskultur bei Baker McKenzie beschreiben?

Claudia Trillig: Stellen Sie sich vor, Sie schauen durch ein Kaleidoskop. Dort entdecken Sie die unterschiedlichsten Muster, die Sie in Staunen versetzen. Die Vielfalt und Abwechslung, die Ihnen begegnet, ist schier unendlich. Ähnlich ist es in unserer Kanzlei. Es gibt flexible Karrieremodelle, Entwicklungsprogramme, zahlreiche Angebote, die es einem ermöglichen, eigene Stärken zu stärken und auszuleben. Genau diese Vielfalt und Freiheit im Gestalten ist es, die für mich unsere Kanzleikultur ausmacht.

Karrieremagazin: Was schätzen Sie an Ihren Kolleg:innen am meisten?

Claudia Trillig: Die ganz unterschiedlichen und unheimlichen spannenden Charaktere der Kolleginnen und Kollegen – womit wir wieder beim Thema Vielfalt wären. Jede und jeder von ihnen bringt etwas Einzigartiges mit ein, was sich wiederum inspirierend auf unsere Arbeit und Ergebnisse auswirkt.

Karrieremagazin: Was ist Ihnen bei neuen Mitarbeiter:innen bei Baker McKenzie am wichtigsten?

Claudia Trillig: Auf den Punkt gebracht: Begeisterungsfähigkeit, Neugierde, Experimentierfreude und Mut, Neues auszuprobieren, auch wenn nicht immer alles beim ersten Mal klappt.

Karrieremagazin: Was erwarten Sie von einer/m idealen Kandidat:in für Baker McKenzie?

Claudia Trillig: Von Berufseinsteiger:innen wünschen wir uns selbstverständlich gute Credentials. Was uns außerdem besonders interessiert, ist ein ausgeprägtes Interesse an den Themen Innovation, Digitalisierung und Legal Tech.

Karrieremagazin: Wo werden Praktikant:innen und Referendar:innen bei Baker McKenzie eingesetzt?

Claudia Trillig: In jeder Praxis- und Industriegruppe ist ein Einsatz möglich. Unsere Praktikant:innen und Referendar:innen sind aktiv in Projekte und Mandatsarbeit eingebunden – von der Recherche über konkrete Work Products bis hin zur Teilnahme an Meetings der Praxis- oder Industriegruppe und Mandantengesprächen – und nehmen Business Development Aktivitäten wahr, in all unseren deutschen Büros.

Karrieremagazin: Welche Programme bietet Baker McKenzie für Einsteiger:innen und Mitarbeiter:innen an?

Claudia Trillig: Mit dem Development Framework fördern wir Kolleg:innen schrittweise je nach Berufslevel, unterstützen mit Feedback und Entwicklungsprogrammen. Viele Mosaiksteine bilden diesen Rahmen und ich möchte hier exemplarisch folgende herausgreifen: Erstens, unsere Inhouse University, zu der unsere Associates uns regelmäßig gutes Feedback geben. Externe Trainer und Partner geben Seminare zu Themen wie Führung, Präsentieren, Akquise & Selbstmarketing oder Bilanzanalyse. Zweitens, unser „Booster„: Ab dem dritten Jahr in unserer Kanzlei bieten wir Associates ein zusätzliches Budget für Talent Management und Business Development Aktivitäten. So fördern und unterstützen wir ihre unternehmerischen Ideen, besonders in Legal Tech, Innovation und Unternehmertum. Drittens, den Associate Alternative Track, eine Alternative zum Partner Track – mitspannenden Mandaten bei geringeren Stundenanforderungen und weniger BD Aktivitäten. Und viertens, unterschiedliche Entwicklungsprogramme speziell für Juristinnen, um u.a. jüngeren Anwältinnen Mut zu machen, eine Karrierebegleitung durch erfahrene Partner:innen zu bieten und Counsel sowie Local Partnerinnen weiter auf ihrem Weg zu fördern.

Karrieremagazin: Welchen der Standorte von Baker McKenziefinden Sie am schönsten?

Claudia Trillig: Als eingefleischter Brasilien-Fan fällt mir die Entscheidung leicht: unser Office in São Paulo.

Karrieremagazin: Warum arbeiten Sie gerne für Baker McKenzie?

Claudia Trillig: Seit 20 Jahren arbeite ich bei Baker – und es gibt ständig neue Herausforderungen. Kein Tag gleicht dem anderen und ich weiß morgens, wenn ich ins Büro fahre oder an meinen Laptop im Homeoffice gehe, oft nicht, was der Tag bringen wird. Das macht meine Arbeit so spannend und vielseitig. Außerdem schätze ich den unheimlich großen Gestaltungsspielraum, den ich habe. Ich kann Ideen aktiv einbringen und umsetzen – gemeinsam mit einem Team ambitionierter und begabter Kolleg:innen – das ist sehr erfüllend.

Karrieremagazin: Welche Vorteile hat es, in einer internationalen Großkanzlei zu arbeiten?

Claudia Trillig: Man arbeitet an zukunftsträchtigen Themen und in Geschäftsfeldern wie unter anderem Legal Tech, Future Mobility, Erneuerbare Energien, gestaltet diese Themen aktiv mit, begleitet neue Entwicklungen sowohl in der Konzeption als auch was konkrete Tools für die Praxis anbelangt. Kurz, man sitzt nicht im Elfenbeinturm, sondern treibt vielmehr Dinge voran.

Karrieremagazin: Was ist für Sie das größte Glück bei Ihrer Arbeit?

Claudia Trillig: Hier kommt mir das Bild einer Kinderwippe in den Sinn: Wenn man Themen mit Schwung, Energie und Freude vorantreibt und anstößt, kommt ein positiver Push zurück – das Gefühl, dass die eigene Arbeit Sinn und Spaß macht.  

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