Einstiegsgehälter für Juristen 2024: Wie viel verdienen Berufsanfänger?

Wie viel Jurist:innen beim Berufseinstieg verdienen, hängt insbesondere von der konkreten Berufswahl ab, da sich die Gehälter in Kanzlei, Verband, Unternehmen oder staatlicher Behörde stark unterscheiden. Wir zeigen, was Jura-Absolvent:innen mit beiden Staatsexamen in welchem Berufsfeld als Einstiegsgehalt verdienen.

Unterschiede beim Einstiegsgehalt für Juristinnen und Juristen: Berufsfelder und regionale Vergleiche

Jurist:innen haben nach ihrem Studienabschluss eine breite Palette beruflicher Möglichkeiten zur Auswahl. Doch wie viel verdienen sie eigentlich als Berufsanfänger? Die Höhe des Einstiegsgehalts hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie dem gewählten Berufsfeld, den Abschlussnoten, Zusatzqualifikationen und der Region, in der sie arbeiten.

In diesem Artikel betrachten wir den Unterschieden beim Einstiegsgehalt für Juristen und geben einen Überblick über die Gehaltsstrukturen in verschiedenen Berufsfeldern. Außerdem beleuchten wir, wie sich das Einstiegsgehalt für Richter:innen, Staatsanwält:innen, Rechtsanwält:innen, Jurist:innen in Unternehmen und Jurist:innen in der Verwaltung gestaltet.

Welche Unterschiede gibt es beim Einstiegsgehalt für Jurist:innen?

Die beruflichen Möglichkeiten nach Abschluss eines Jura-Studiums sind vielfältig. Absolvent:innen mit der richtigen Qualifikation können eine Tätigkeit als Rechtsanwalt, Notar, Staatsanwalt, Richter, Unternehmens- oder Verwaltungsjurist antreten. Zudem können Jurist:innen an der Hochschule arbeiten.

Zwischen den einzelnen Berufsfeldern gibt es teilweise große Unterschiede bei den Einstiegsgehältern. Neben dem Berufsfeld und dem persönlichen Verhandlungsgeschick der Jurist:innen sind noch weitere Aspekte ausschlaggebend für die Höhe des Einstiegsgehalts, dazu zählen vorwiegend:

  • Abschlussnoten (1. Und 2. Staatsexamen)
  • Zusatzqualifikationen
  • Promotion
  • Master of Laws
  • Spezialisierung

Regionale Unterschiede beim Einstiegsgehalt für Juristen

Die Gehälter von Jurist:innen unterscheiden sich nicht nur aufgrund der persönlichen Qualifikation der Absolvent:innen – auch regionale Unterschiede spielen bei der Höhe der Einstiegsgehälter eine Rolle. Grob kann gesagt werden: Im Süden gibt es höhere Gehälter als im Norden, im Westen höher als im Osten. In Großstädten verdienen Juristen zumeist deutlich besser als auf dem Land.

Den Spitzenplatz bei den Bundesländern belegt dabei Baden-Württemberg mit einem Durchschnittsgehalt von circa 77.801 € – das Schlusslicht bildet Mecklenburg-Vorpommern mit 55.406 €.[1]

Die einzelnen Berufsfelder im Überblick

Die Gehaltsunterschiede der einzelnen Berufsfelder sind groß – als Anwalt in einer kleinen Kanzlei kann das Einstiegsgehalt bei jährlich 35.000 Euro liegen, während das Einstiegsgehalt als Rechtsanwalt in einer Großkanzlei bei 180.000 Euro und mehr liegen kann. Nachfolgend erfahren Sie, wie hoch die Einstiegsgehälter der unterschiedlichen Berufsfelder in etwa ausfallen.

Wie hoch ist das Einstiegsgehalt bei Richtern?

Richter:innen werden nach dem Bundesbesoldungsgesetz besoldet. Bei Richter:innen richtet sich die Besoldung nach der Besoldungsordnung R und den Besoldungsgruppen R1 bis R10. Mit der Föderalismusreform 2006 wurde auch die Zuständigkeit der Besoldung von Richter:innen auf die Länder übertragen, daher gibt es bei den Einstiegsgehältern von Richter:innen je nach Bundesland Unterschiede. Nach aktuellen Zahlen von azur online erhält z. B. ein Berufseinsteiger in Bayern monatlich mit 5.021 Euro brutto 644 Euro mehr Gehalt im Monat als ein Berufsanfänger im Saarland.

Einstiegsgehälter Richterinnen und Richter – Top 10 Bundesländer

Suchen und gezielt filtern könnt ihr hier: Einstiegsgehälter 2024 Richterinnen und Richter (azur-online.de)

Wie hoch ist das Einstiegsgehalt bei Staatsanwälten?

Auch das Einstiegsgehalt von Staatsanwälten ist im Bundesbesoldungsgesetz, bzw. seit der Föderalismusreform von 2006 teilweise durch Landesgesetze festgelegt. Auch Staatsanwälte gehören zur Besoldungsgruppe R1 bis R9. Die Einstiegsgehälter bei Staatsanwälten variieren wie bei Richter:innen von Bundesland zu Bundesland. In Baden-Württemberg verdienen Berufseinsteiger als Staatsanwalt beispielsweise 4.688,64 Euro pro Monat (Stand 1.01.2021).

Wie hoch ist das Einstiegsgehalt bei Rechtsanwälten?

Die Einstiegsgehälter von Rechtsanwälten unterscheiden sich stark von Kanzlei zu Kanzlei. Prinzipiell lässt sich jedoch sagen, dass das Gehaltsniveau von Rechtsanwälten in Deutschland im Durchschnitt mit monatlich 6.259 Euro sehr hoch ist.[3]

Zu den entscheidenden Faktoren bei der Berechnung des Einstiegsgehaltes für Rechtsanwälte zählen neben den persönlichen Qualifikationsmerkmalen der Absolvent:innen wie Promotion, Zusatzqualifikation, LL.M und Abschlussnoten auch Kanzleigröße, regionale Gehaltsstruktur, Tätigkeitsgebiet, individuelle Prämien wie beispielsweise sogenannte Signing Boni und das individuelle Verhandlungsgeschick.

In kleineren Kanzleien verdienen Berufseinsteiger zwischen 35.000 Euro und 50.000 Euro im Jahr. Anwälte in mittelständischen Kanzleien können mit Einstiegsgehältern zwischen 45.000 Euro und 70.000 Euro rechnen.

Dahingegen liegen die Einstiegsgehälter in den größeren Kanzleien zwischen 80.000 Euro und 180.000 Euro – also deutlich höher. Allerdings sind die Voraussetzungen für den Bewerbungsprozess streng, Bewerber:innen müssen über zwei Prädikatsexamina, einen Doktortitel oder einen LL.M verfügen. Zudem sind der von den Kanzleien erwartete Arbeitsaufwand und Zeiteinsatz groß, auch der Leistungsdruck innerhalb der Kanzlei ist stellenweise enorm. Dafür können Jurist:innen bei Großkanzleien mit Einstiegsgehältern rechnen, von denen andere Berufsgruppen nur träumen können.

Die 10 Großkanzleien mit den höchsten Einstiegsgehältern in Deutschland 2024

Liste mit den 10 höchsten Einstiegsgehältern in Anwaltskanzeleien in Deutschland

Suchen und gezielt filtern könnt ihr hier: Einstiegsgehälter 2024 in Kanzleien (azur-online.de)

Wie hoch ist das Einstiegsgehalt für Jurist:innen in Unternehmen?

Auch in den Rechtsabteilungen von Unternehmen können Jurist:innen Karriere machen. Zahlreiche Positionen in Unternehmen sind für sie interessant, dazu zählen beispielsweise Datenschutzbeauftragter, Compliance-Officer, Arbeitsrechtler, Referent bzw. Sachbearbeiter oder Personalverantwortlicher. Die Branchen sind vielfältig und die Stellen für Unternehmensjuristen sind in den vergangenen Jahren immer beliebter geworden.

Das liegt vorwiegend daran, dass eine Karriere in einem Unternehmen im Vergleich zu einer Großkanzlei eine bessere Work-Life-Balance verspricht. Daneben stehen Unternehmensjuristen die Corporate Benefits eines Unternehmens zur Verfügung, die je nach Branche und Größe des Unternehmens auch beachtlich sein können. Zu den Corporate Benefits zählen beispielsweise kostenloses Mittagessen, eine Mitgliedschaft in einem Fitnessstudio, Work-from-Everywhere oder eine Kostenbeteiligung oder Übernahme der Kinderbetreuung.

Die Einstiegsgehälter für Unternehmensjuristen variieren stark. Grundsätzlich gilt, je größer das Unternehmen ist, desto größer ist in der Regel auch das Einstiegsgehalt. Auch hier wird in strukturstarken Regionen wie Baden-Württemberg (Durchschnittsgehalt Unternehmensjurist 6.000 Euro/Monat) ein höheres Einstiegsgehalt gezahlt, als zum Beispiel in Mecklenburg-Vorpommern (Durchschnittsgehalt Unternehmensjurist 4.200 Euro/Monat). In DAX-Unternehmen können Unternehmensjuristen Einstiegsgehälter von jährlich 100.000 Euro und mehr erwarten, während in kleineren Unternehmen auch Einstiegsgehälter von 45.000 Euro pro Jahr gezahlt werden.

Wie hoch ist das Einstiegsgehalt bei Juristen in der Verwaltung?

Eine Tätigkeit als Jurist:in im öffentlichen Dienst bietet viele Vorteile wie die Sicherheit des Arbeitsplatzes und eine gute Work-Life-Balance. Nicht zuletzt deshalb erfreuen sich Berufe als Verwaltungsjurist:innen in letzter großer Beliebtheit.

Denn eine Karriere in der Verwaltung kann zudem vielfältig, herausfordernd und anspruchsvoll sein. Mögliche Arbeitgeber in der Verwaltung sind die Europäische Union und deren Organe, NATO und Bundesbehörden wie beispielsweise das Verteidigungsministerium, das Auswärtige Amt oder das Bundeskartellamt. Verwaltungsjurist:innen können auch in der Verwaltung der verschiedenen Einrichtungen auf Kommunal- oder Länderebene angestellt sein.

Das Einstiegsgehalt für Jurist:innen in der Verwaltung wird nach den Besoldungsgruppen und Besoldungsstufen für Beamte im höheren Dienst festgelegt. Das Einstiegsgehalt für Jurist:innen im höheren Dienst in der Gruppe A13 liegt aktuell zwischen 3543,90  Euro in Rheinland-Pfalz und 4.592,31 Euro im Monat in Sachsen.[4]

Fazit: Einstiegsgehälter von Jurist:innen

Prinzipiell ist die Spannweite der Einstiegsgehälter von Jurist:innen groß. In kleineren Kanzleien, die einen Großteil des deutschen Rechtsdienstleistungsmarkts ausmachen, fangen die Einstiegsgehälter bei 35.000 Euro, in Großkanzleien winken für Berufsanfängern zum Einstieg bis zu 180.000 Euro im Jahr. Auch im öffentlichen Dienst, in Unternehmen, als Richter oder Staatsanwalt ist die Bezahlung für Jurist:innen gut.

Für die hoch dotierten Jobs in Großkanzleien und Unternehmen sind überdurchschnittlich gute Examina und in der Regel weitere Qualifikationen erforderlich. Auch Juristenberufe im öffentlichen Dienst sind sehr begehrt – häufig wird auch hier mindestens ein Befriedigend in beiden Staatsexamen gefordert.

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