Arbeitgeberinterview: Morrison & Foerster LLP

Morrison & Foerster („MoFo“) wurde 1883 in San Francisco gegründet und ist heute an 17 Standorten in den USA, Europa und Asien mit mehr als 1000 Anwälten vertreten. Das deutsche Büro von MoFo wurde im November 2013 in Berlin eröffnet und umfasst derzeit 41 Berufsträger. MoFo berät weltweit führende Technologie-, Telekommunikations-, Media/Entertainment-, Life-Sciences-, Fortune-100 und DAX-Unternehmen sowie Finanzinstitute und Investmentbanken in allen wichtigen Bereichen des Wirtschaftsrechts.

Karrieremagazin: Herr von Oldershausen, schön, dass Sie Zeit für ein Interview haben. Können Sie unseren Leser*innen kurz beschreiben, was die Kanzlei Morrison & Foerster ausmacht? Auf Ihrer Karriere-Seite schreiben Sie beispielsweise, dass Ihr Haus nicht „spießig“ sei („[…] But that doesn’t mean we’re stuffy.“). Das macht neugierig.

Meino von Oldershausen:  Bei Morrison & Foerster, abgekürzt auch liebevoll MoFo genannt, geht es zielstrebig, aber entspannt zu. So sind etwa unsere Partner* immer für die jüngeren Anwälte und Kollegen ansprechbar. Neben der fachlichen Kompetenz legen wir viel Wert auf die Persönlichkeit und das Miteinander. Wir arbeiten gerne im Team und tauschen uns eng mit unseren Mandanten aus. Im Kollegenkreis sind uns kurze Wege und der Austausch untereinander wichtig. Nicht nur im Berliner Büro, sondern auch mit den Kollegen in Europa, Asien und den USA. Und ganz wichtig: Neben verantwortungsvollen Mandaten kommt auch im Büro der Spaß nicht zu kurz.

“Wir sind interessiert an denjenigen, die über den Tellerrand hinausdenken und neben der beruflichen Tätigkeit auch andere Interessen, vielleicht auch ein ehrenamtliches Engagement mitbringen.”

Karrieremagazin: Beim Blick auf Ihre Homepage fällt auf, dass sich Morrison & Foerster nur in englischer Sprache präsentiert. Als US-Kanzlei ist natürlich nachvollziehbar, es lässt aber ebenso vermuten, dass Sie bei Wert auf gute Englischkenntnisse legen. Was muss ein/e Bewerber*in außer zusammengerechnet 18 Punkten in beiden Examina noch mitbringen, um ins Team zu passen?

Meino von Oldershausen: Nicht nur unsere Anwälte, sondern auch alle anderen Mitarbeiter verfügen über sehr gute Englischkenntnisse. Diese sind neben der fachlichen Kompetenz ein wichtiges Einstellungskriterium. Fast noch wichtiger ist uns aber die Persönlichkeit eines Kandidaten. So wollen wir u. a. von ihm oder ihr wissen: „Bist Du ein Teamplayer? Willst Du Dinge vorantreiben? Bist Du neben Deinem logischen Denken auch kreativ und offen für neue Ideen? Was macht Dich sonst aus?“ Wir sind interessiert an denjenigen, die über den Tellerrand hinausdenken und neben der beruflichen Tätigkeit auch andere Interessen, vielleicht auch ein ehrenamtliches Engagement mitbringen.

Karrieremagazin: Im Frühjahr 2019 haben Sie für den Standort Berlin ein Team gewonnen, das große Unternehmen zu Compliance-Angelegenheiten berät. Gibt es dazu schon ein erstes Resümee? Welche Chancen bietet dieser Bereich für den Nachwuchs?

Meino von Oldershausen: Unser Compliance Team hat sich sehr schnell eingelebt und auch das Geschäft hat vom ersten Tag an floriert. Anlässlich des einjährigen Jubiläums resümierte unser European Managing Partner: „Es fühlt sich so an, als wärt ihr schon immer Teil des MoFo-Teams gewesen. Für uns ist das der perfekte ‘Match’”. Da dieser Bereich inzwischen stark gewachsen ist, haben wir gerade einen neuen Associate eingestellt. Perspektivisch ist das ein spannendes Feld für junge Anwälte.

Karrieremagazin: Durch die internationale Ausrichtung von Morrison & Foerster bietet es sich für junge Anwälte an, Stationen im Ausland zu absolvieren. Wie offen ist die Kanzlei für solche Wünsche und bietet sich diese Möglichkeit auch schon für Referendare?

Meino von Oldershausen: Es gehört zu unserer DNA international zu arbeiten – deshalb ist der Einsatz im Ausland eigentlich fast schon selbstverständlich. So geben wir unseren Referendaren die Möglichkeit, ihre Station im MoFo-Office in San Francisco zu absolvieren. Wir bieten hier zwei feste Plätze pro Jahr an. Das ist sowohl persönlich als auch professionell für viele ein einmaliges Erlebnis, entsprechend begeistert berichten unsere Referendare und wir erhalten durchweg gutes Feedback. Darüber hinaus bieten wir Secondments an und fördern schon zu einem frühen Zeitpunkt den direkten Kontakt und die Arbeit beim Mandanten.

“Es gehört zu unserer DNA international zu arbeiten”

Karrieremagazin: Welche Benefits können Nachwuchsanwält*innen bei Ihnen erwarten?

Meino von Oldershausen: Wir haben seit gut einem Jahr ein Gesundheitsprogramm mit dem Titel „Healthy MoFo“ aufgelegt, das aus den Reihen unserer Partner initiiert wurde. Hierbei geht es vor allem darum, das physische und mentale Wohlergehen unserer Mitarbeiter zu fördern – ein Aspekt, der in sehr leistungsorientierten Umfeldern, wie es eine Kanzlei nun mal ist, manchmal zu kurz kommt. Wir bemühen uns um eine angemessene „Work-Life Balance“ und bieten jede Menge Sport-, Ernährungs- und sogar Coaching-Programme an. Während der Zeit im „Home-Office“ haben wir Online-Programme mit den entsprechenden Experten umgesetzt, die sogar die Kinder unserer Mitarbeiter einbeziehen. All das fördert nicht zuletzt auch den Zusammenhalt in der Kanzlei.

Karrieremagazin: Im Vergleich zu anderen großen Kanzleien braucht man bei Morrison & Foerster vergleichsweise lang, um den Partnerstatus zu erreichen. Hat sich das im Laufe der Jahre bewährt? Was sind aus Ihrer Sicht die Vorteile?

Meino von Oldershausen: All unsere Partner haben ausreichend Zeit gehabt, sich fachlich und (auch) persönlich zu entwickeln und durch spannende Mandate und die Zusammenarbeit mit erfahrenen Kollegen viel für die Praxis zu lernen. Sie sind der Partnerschaft und der damit verbundenen Verantwortung somit jederzeit gewachsen. Ein kurzer Weg zur Partnerschaft mag für manche verführerisch klingen, birgt aber die Gefahr, den ein oder anderen zu früh vor zu viel Verantwortung zu stellen und damit zu überfordern. Bei Morrison & Foerster sollen die Mitarbeiter auf dem Weg zur Partnerschaft bestmöglich vorbereitet werden. Schließlich wollen wir, dass sie nicht nur erfolgreich, sondern auch persönlich zufrieden sind.

Karrieremagazin: Eine letzte Frage, bei der unsere Leser aufhorchen sollten. Wie läuft in Ihrem Hause der typische Bewerbungsprozess ab? Setzen Sie mehr auf Live-Kontakte oder zählt bei Ihnen eher die klassische Form der Bewerbung in Papierform?

Meino von Oldershausen: Bewerbungsunterlagen nehmen wir ausschließlich elektronisch an. Am wichtigsten ist uns aber das persönliche Kennenlernen. Daher investieren wir in die Termine viel Zeit und Energie. Einige Associates gehen mit den Bewerbern zum Lunch, um sich in lockerer Atmosphäre besser kennen zu lernen.

Karrieremagazin: Herzlichen Dank für das informative und anregende Gespräch!