Arbeitgeberinterview: CBH Rechtsanwälte

CBH Rechtsanwälte Cornelius Bartenbach Haesemann & Partner zählt mit rund 100 Anwälten und ebenso vielen qualifizierten Mitarbeiter*innen zu den TOP 50 Wirtschaftskanzleien in Deutschland. CBH ist bundesweit an insgesamt vier Standorten vertreten. Neben dem Stammsitz in Köln hat die seit 1963 bestehende Sozietät Büros in Berlin, Hamburg und München. CBH ist auf fünf strategische Schwerpunkte des Wirtschafts- und Verwaltungsrechts fokussiert: Unternehmen & Finanzen, Personal & Sozialwesen, Geistiges Eigentum, Medien & IT, Bau & Immobilien sowie Verwaltung & Wirtschaft.

Karrieremagazin: Herr Dr. Jung, CBH Rechtsanwälte hat in den letzten Jahren vier neue Standorte in Deutschland eröffnet – für eine regionale und mittelständische Kanzlei ein Riesenschritt. Wie kam es zu dieser Expansion? Haben sich dadurch für Bewerber*innen neue Karrierechancen ergeben?

Dr. Ingo Jung:  Wir haben bereits einige Jahre vorher den Bedarf gesehen und nur nach der richtigen Form eines bundesweiten Auftritts gesucht. Zudem ist es uns durch enge berufliche wie private Kontakte gelungen, an den Standorten Berlin, Hamburg und München unsere Kompetenzen in den strategischen Schwerpunkten mit den neuen Kollegen zu stärken.

Wir können durch unsere Büros in den zentralen Metropolen Deutschlands unsere Mandanten auch mit besonderer räumlicher Nähe bedienen. Somit stärken wir die flächendeckende Bekanntheit und die bundesweite Marke „CBH Rechtsanwälte“. Referendare haben die Möglichkeit, bei ihrer Bewerbung zwischen den verschiedenen Standorten zu wählen. Die Hauptanlaufstelle wird aber aufgrund der Größe unser Kölner Standort bleiben.

„Viele unserer Kollegen und Partner haben bei uns bereits ihr Referendariat absolviert oder als wissenschaftliche Mitarbeiter gearbeitet!“

Karrieremagazin: Sie haben dieses Jahr eine Rechtsanwältin zur Partnerin ernannt, die ihre Karriere in Ihrem Haus als wissenschaftliche Mitarbeiterin begonnen hat. Gibt es weitere solcher Erfolgsgeschichten? Und was unternehmen Sie, um den Nachwuchs auch langfristig an Ihre Kanzlei zu binden?

Dr. Ingo Jung: Frau Dr. Carolin Dahmen wurde in diesem Jahr auf unserer Jahresgesellschafterversammlung zur Partnerin ernannt. Sie startete ihre Karriere 2006 bei CBH als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bereich „öffentliches Baurecht“. Während ihres Referendariats orientierte sie sich zunehmend zum „privaten Baurecht“ und ist seit 2011 ein fester Bestandteil im Team um Arnd Holzapfel, Dr. Markus Vogelheim und Nils Mrazek. Neben Frau Dr. Dahmen wurde zudem Herr René Scheurell in diesem Jahr als Counsel ernannt. Auch er begann seine Karriere als wissenschaftlicher Mitarbeiter bei CBH – Sie sehen also: Viele unserer Kollegen und Partner haben bei uns bereits ihr Referendariat absolviert oder als wissenschaftliche Mitarbeiter gearbeitet! 

Wir unterstützen diesen Weg daher besonders. Er hat den großen Vorteil, dass sich Bewerber und Kanzlei schon sehr früh kennenlernen und einen gegenseitigen Eindruck voneinander verschaffen können. Man kann so von beiden Seiten eine sehr bewusste und informierte Entscheidung für den Arbeitseintritt schaffen und ist nicht nur auf ein Bewerbungsgespräch als zentrale Entscheidungsgrundlage verwiesen.

Karrieremagazin: Welche Möglichkeiten bieten Sie im Unternehmen für Praktikant*innen, Referendar*innen sowie Berufseinsteiger*innen? Unterstützen Sie Ihre Referendar*innen bei Vorbereitung auf das zweite Staatsexamen?

Dr. Ingo Jung: Für die optimale Vorbereitung auf das Examen und das Berufsleben haben wir unser CBH-Referendarprogramm entwickelt. Unseren Referendaren bieten wir die Betreuung durch einen fachlichen Mentor sowie zusätzlich zwei Rechtsanwälte als persönliche Referendarsbetreuer. Die Referendare in unserer Kanzlei werden unmittelbar in spannende Mandate eingebunden, nehmen an Mandanten- und Gerichtsterminen teil und fertigen eigenverantwortlich auch bereits Entwürfe in komplexeren Fallgestaltungen. Wir sehen das Referendariat als ein gegenseitiges Kennenlernen und die Chance, die Fähigkeiten künftiger Berufseinsteiger schon frühzeitig zu erkennen.

Bei unseren Berufseinsteigern steht ebenfalls die fachliche und persönliche Entwicklung im Mittelpunkt. Wir bieten die Möglichkeit, an fachspezifischen Fortbildungen teilzunehmen, einschließlich Fachanwaltskursen.

„Die Referendare in unserer Kanzlei werden unmittelbar in spannende Mandate eingebunden, nehmen an Mandanten- und Gerichtsterminen teil und fertigen eigenverantwortlich auch bereits Entwürfe in komplexeren Fallgestaltungen.“

Karrieremagazin: Von rund 100 Anwälten*innen haben Sie 36 Fachanwälte*innen in fünf Schwerpunktbereichen des Wirtschaftsrechts. Wo sehen Sie hier die Vorteile für Ihre Kanzlei? Planen Sie die Zahl der Fachanwält*innen weiterhin zu erhöhen und unterstützt CBH die Ausbildung zum/zur Fachanwalt*in?

Dr. Ingo Jung: Das hohe Maß an Spezialisierung und der schnelle, strukturell reibungslose Wissensaustausch ermöglichen uns eine zügige und damit auch für den Mandanten effiziente und kostenschonende Bearbeitung der Mandate – gerade auch fachlich interdisziplinär und fachbereichsübergreifend. Unsere Mandanten sehen diesen Vorteil. Sie dürfen bei CBH eine tiefgreifende Spezialisierung erwarten.

Die Ausbildung zum Fachanwalt unterstützen wir auf jeden Fall. Neben den Fachanwaltskursen können auch zusätzlich unternehmerische Fortbildungen (z. B. Akquise, Cross-Selling, Rhetorik) besucht werden.

Karrieremagazin: Bei CBH wird viel Wert auf Persönlichkeiten gelegt und Sie gehen ganz offen auf Neueinsteiger*innen zu und fordern sie auf, Ideen einzubringen. Und Sie übertragen Verantwortung an Einsteiger*innen. Hat sich das bewährt? 

Dr. Ingo Jung: Wir haben bei CBH noch sehr persönliche, fast familiäre Strukturen. Dies bringt es mit sich, dass man die Kollegen am jeweiligen Standort überwiegend gut kennt. Das erleichtert die Zusammenarbeit ungemein, da Rück- und Absprachen auf kurzem Wege möglich sind. Die Türen stehen bei allen jederzeit offen. Wir ermöglichen einen „Einstieg auf Augenhöhe“. Unsere Neuankömmlinge werden von Beginn an gefordert und gefördert. Die neuen Kollegen werden direkt in die Mandatsarbeit eingebunden und so nach und nach selbstständiger.

Karrieremagazin: Die Gehaltsspirale dreht sich immer weiter nach oben. Für mittelständische Kanzleien und Unternehmen ist das mitunter schwierig. Modelle der Teilzeitarbeit und Work-Life-Balance sind gefragt. Wie meistert Ihre Kanzlei diese Herausforderungen?

Dr. Ingo Jung: Wir bieten unseren Mitarbeitern ausgewogene und faire Arbeitszeiten, in Voll- und Teilzeit. Ein kollegiales Miteinander ist uns wichtig. Bei einer mittelständischen Großkanzlei kann man aufgrund überschaubarer Strukturen recht gut auf die Bedürfnisse und Lebenssituationen Einzelner eingehen, sei es eine geplante Promotion oder die klassische Familienplanung, die mit dem Arbeitsleben als junge Anwältin oder junger Anwalt in Einklang zu bringen ist.

Work-Life-Balance ist mit der Struktur einer mittelständischen Kanzlei insofern gut zu verbinden. Wir verstehen uns als Kanzlei und Dienstleister, der mit vollem Einsatz die Belange seiner Mandanten verfolgt, zugleich aber versucht, möglichst flexibel auch Raum für die persönliche Entwicklung und Lebensplanung seiner Mitarbeiter zu schaffen.

Karrieremagazin: Vielen Dank für das ausführliche und informative Gespräch.