Studium finanzieren: Ohne BAföG ist Trend
Jede:r Studierende steht vor der Frage, wie sich das Studium finanzieren lässt. Wir sagen euch, wie es andere machen und wie Studium finanzieren ohne BAföG geht.
Dieser Beitrag wurde am 8. Mai 2022 veröffentlicht und zuletzt am 28.12.2025 aktualisiert.
Studieren wird teurer: Hohe Lebenshaltungskosten und Mieten belasten Studierende zunehmend
Mit dem Beginn eines Studiums steigen die Lebenshaltungskosten in der Regel deutlich an. Das liegt nicht zuletzt daran, dass die meisten “Erstis” zum ersten Mal in den eigenen vier Wänden wohnen. Besonders teuer ist dabei meist das Leben in einer Großstadt, aber auch in deren Umland oder Kleinstädten können unter anderem steigende Kosten für Miete, Energie und Mobilität spürbar zu Buche schlagen.
Studierende geben an, im Schnitt monatlich rund 1.100 Euro zur Verfügung zu haben. Das klingt erstmal nach einer Menge, aber schon allein die Miete schluckt im Schnitt über 400 Euro davon. Je nachdem, in welcher Stadt man studiert, kann das deutlich mehr sein. In München, beispielsweise, zahlen Studierende im Schnitt 800 Euro! [1], [2]
Wie finanzieren Studierende ihr Studium?
Große Umfrage zeigt: Die meisten haben mehr als eine Geldquelle
Die Möglichkeiten sind dabei vielfältig und reichen von finanzieller Unterstützung durch die Familie oder den Staat bis zu Studienkredit und eigenem Gehalt. Typischerweise haben die angehenden Akademiker mehr als eine Geldquelle.
Bei der Studierendenbefragung gaben rund 83 % der Befragten an, ihr Studium über Eltern oder Verwandten zu finanzieren. Knapp 6 von 10 Studierenden gehen einer Erwerbstätigkeit nach. Immerhin jede:r Fünfte finanziert die eigene Hochschullehre mithilfe des/der Partner:in. [1]

Studium finanzieren ohne BAföG?
Der Großteil der Studierenden kommt ohne BAföG aus. Nur 12,5 % bezogen demnach die staatliche Unterstützung (Stand: 2023). [3]
Das ist auch weiterhin Trend. Die Gründe hierfür sind vielfältig: Viele Studierende haben tatsächlich keinen Anspruch auf BAföG, etwa weil das Einkommen der Eltern zu hoch ist. Andere wissen möglicherweise nicht, dass sie Anspruch hätten, scheuen den vermeintlich komplizierten Antrag oder möchten ohne die Rückzahlungsverpflichtung ins Berufsleben starten.
Eine Studie des Fraunhofer-Instituts ergab, dass 82 % der Nicht-Antragstellenden fälschlicherweise glauben, sie hätten keinen Anspruch auf BAföG. 13 % der Nicht-Antragstellenden wissen zwar um ihre Berechtigung, nehmen BAföG aber trotzdem nicht in Anspruch. Mehr als die Hälfte von ihnen (62 %) gab als Grund an, keine Schulden machen zu wollen, wobei ein Großteil von ihnen die Rückzahlungshöhen höher einschätzten als sie tatsächlich sind. [4]
Ob notgedrungen oder freiwillig: Der Großteil aller Studierenden muss beim Studiumfinanzieren ohne BAföG planen. BAföG allein reicht vielen Studierenden allerdings auch nicht aus. Knapp 55 % derjenigen, die diese Hilfe beziehen, arbeiten trotzdem nebenbei. [1]
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Geld verdienen als Student:in: Das sind typische Studentenjobs
Klassiker unter den Studentenjobs: Nachhilfe, Uni-Jobs & mehr
Studierende haben eine große Bandbreite an Möglichkeiten, nicht nur Geld zu verdienen, sondern auch wertvolle oder schlichtweg angenehme Praxiserfahrungen zu sammeln.
Dabei gibt es selbstverständlich einige Tätigkeiten, die als typische Studentenjobs gelten: Nachhilfelehrer:in, studentische Hilfskraft an der Uni, Tutor:in oder Übersetzer:in. Die Studierenden können hier nicht nur Geld verdienen, sondern auch ihr Wissen aus dem Studium direkt anwenden.
Viele Arbeitgeber schätzen aber nicht nur das Wissen, sondern vor allem auch die Flexibilität der Studierenden. Denn sie sind oftmals bereit auch am Wochenende zu arbeiten oder können zum Beispiel in den Semesterferien phasenweise genau wie eine Vollzeitkraft eingesetzt werden. Deshalb gehören zum Beispiel auch Kellner:in, Bürohilfe oder Lagerhilfe zu den häufigsten Studierendenjobs.
Nicht zuletzt kann man auch bei einem Job, der in erster Linie das Studium finanzieren soll, nicht nur fachliche, sondern auch persönliche Stärken einbringen. Wer kommunikativ ist und gut im Umgang mit Menschen, eignet sich zum Beispiel als Promoter:in.
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Ungewöhnliche und kreative Nebenjobs für Studierende
Wer sportlich ist und ein Navigations-Ass, kann sich als Fahrradkurier etwas dazuverdienen. Wer später möglicherweise in einem sozialen Beruf tätig sein möchte, kann jetzt schon als Babysitter:in oder Hausaufgabenbetreuung jobben, Senioren bei der Alltagsbewältigung helfen oder Tiere hüten.
Finden kann man solche und andere Jobs zum Beispiel über Job-Portale im Internet, am “schwarzen Brett” in der Hochschule oder durch Eigeninitiative, etwa per Aushang oder indem man in interessanten Betrieben oder Einrichtungen einfach anfragt, ob Aushilfen gesucht werden.
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Wieviel darf man als Studierende:r verdienen?
Studierende können und sollen in der Regel nur in geringem Umfang arbeiten. Studierendenjobs fallen daher in der Regel formal unter eines der unten beschriebenen Beschäftigungsverhältnisse, die zugleich die mögliche Obergrenze des Monatslohns vorgeben.
Achtung: Dabei kommt es nicht nur auf das Beschäftigungsverhältnis an, sondern gegebenenfalls auch auf andere Geldquellen. Bafög und in der Regel auch Stipendien gehen mit Verdienstgrenzen einher, damit das Studium nicht zur Nebensache wird.
Mit einem Studentenjob sind in der Regel keine oder nur geringe Beiträge zur Sozialversicherung verbunden. So sind die Rentenansprüche aus einem Studentenjob eher mager. Ein Studentenjob dient also wirklich nur dazu, das Studium zu finanzieren. Auch wenn er Spaß macht: Er sollte als Mittel zum Zweck gesehen werden, das Studium zu bewältigen und auf den “richtigen” Arbeitsmarkt zu kommen.
Geld
Themenschwerpunkt Geld
Vom ersten Lohn bis zum festen Gehalt: Hier erfährst Du alles über Nebenjobs, Stipendien, Bafög, Einstiegsgehälter & Gehaltsverhandlungen.
Was ist ein Minijob?
Minijobs sind begrenzt, für 2026 liegt sie bei 603 Euro, für 2027 werden 633 Euro angepeilt. Wie viele Stunden im Monat gearbeitet werden darf, richtet sich nach dem vereinbarten Stundenlohn. Es gilt der gesetzliche Mindestlohn von 13,90 (2026) und 14,60 für 2027.
Zusätzlich gibt es noch die Variante des kurzfristigen Minijobs. Hier darf im Laufe eines Kalenderjahres maximal drei Monate oder bis zu 70 Tage gearbeitet werden. Der Lohn darf dann auch mehr als den Grenzbetrag im Monat betragen.
Wichtig ist aber, dass der Verdienst auf’s Jahr gerechnet 7.236 Euro nicht überschreitet – also ein durchschnittlicher Monatslohn von maximal 603 Euro nicht überschritten wird. Beliebt ist der Minijob bei Studierenden, weil für den Arbeitnehmer keine Sozialabgaben oder Steuern anfallen. Der Lohn landet in der Regel fast vollständig auf dem eigenen Konto.
Geld
Stipendien gibt es für viele Zielgruppen
Um ein Stipendium zu bekommen, braucht man nicht zwingend ein Einser-Abitur. Es gibt zahlreiche Fördermöglichkeiten für bestimmte Zielgruppen – darunter Stipendien für Studierende mit Migrationshintergrund, angehende Journalisten oder Bauingenieure oder auch für Menschen mit Behinderung.
Was ist ein Midijob?
Ein Midijob ist ein Beschäftigungsverhältnis, in dem man bis zu 2.000 € monatlich verdient. Der Arbeitsumfang ist in der Regel größer als im Minijob. Studierende, die das grundsätzlich mit ihrem Studium vereinbaren können, sollten vorher jedoch genau nachrechnen: Auch wenn es reizvoll sein kann, mehr zu arbeiten, sollten Studierende vorausschauend handeln. Nicht immer lohnt sich die Mehrarbeit, denn bei einem Midijob werden Sozialabgaben und Einkommenssteuer fällig. [5]
Was ist eine Werkstudierendentätigkeit?
Besonders begehrt sind Jobs als sogenannter Werkstudent. Dabei haben Studierende die Möglichkeit, in einem beruflichen Umfeld zu jobben, das ihrem Studienfach entspricht. Sie können ihr Wissen einbringen und sind dadurch oftmals schon gut qualifizierte und besonders tatkräftige Mitarbeiter:innen.
Während des Semesters darf bis zu 20 Stunden in der Woche gearbeitet werden, in den Semesterferien auch mehr. Der Verdienst ist in der Regel gut und liegt meist eher im Bereich eines Midijobs, statt eines Minijobs. Durch das sogenannte Werkstudentenprivileg ist der Verdienst von Abgaben befreit.
// Übrigens: auch Werkstudenten haben Rechte. Zum Beispiel Lohnfortzahlung bei Krankheit oder Quarantäne.
Berufsbilder
Berufe erfinden sich neu
Ständig entstehen neue Berufsbilder und auch traditionelle Jobs verändern sich rasant. Wir stellen interessante und ungewöhnliche Tätigkeiten vor.
Selbstständig arbeiten als Studierende
Auch Studierende können selbstständig auf Rechnung arbeiten. Wenn sie freiberuflich tätig sind, brauchen sie dazu nicht einmal einen Gewerbeschein. Zu den sogenannten freien Berufen zählen typischerweise wissenschaftliche, künstlerische, publizistische, unterrichtende oder erzieherische Tätigkeiten.
Wer also zum Beispiel mit Babysitting, Gesang, Grafikdesign oder Musikunterricht sein Studium finanzieren möchte, kann dies selbstständig auf Rechnung tun. Auch als Journalist, Fotograf oder Übersetzer hat man diese Möglichkeit. Wichtig ist dabei, dass die Tätigkeit nicht regelmäßig ausgeführt wird und für verschiedene Auftraggeber erfolgt, sodass oder die Studierende unabhängig beschäftigt ist. Sobald der Verdienst im Jahr über dem Grundfreibetrag von 12.096 € liegt, wird er einkommenssteuerpflichtig. Umsatzsteuer wird erst ab 25.000 € fällig.

Studium finanzieren durch Arbeit: Bereicherung oder Belastung?
Wie fühlen sich junge Menschen, die arbeiten, um ihr Studium zu finanzieren? Nicht selten ist der Aufwand vergleichbar mit zwei Jobs, die sich mal mehr und mal weniger gut miteinander vereinbaren lassen. Nach ein paar Stunden Arbeit noch Lernen oder Hausarbeit schreiben? Das kann schon ziemlich viel Disziplin erfordern.
Motiviert sind die meisten studentischen Jobber dadurch, sich einfach “etwas mehr leisten” zu können, für 65 % ist das der Hauptmotivator. Die praktischen Erfahrungen aus der Nebentätigkeit wissen rund 60 % zu schätzen. (Quelle: 22. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks, Stand: 2021). [1]
Studium finanzieren durch Stipendien
Obwohl es viele Anbieter:innen von Stipendien gibt, nutzen bislang nur wenige Studierende diese Möglichkeit zur Studienfinanzierung. Wie unsere Grafik zeigt, ändert sich das langsam. Vor 10 Jahren haben nur knapp 13.000 Studierende ihr Studium mithilfe von Stipendien finanziert, 2020 waren es schon mehr als doppelt so viele. Gleichzeitig geht die Zahl der BAfÖG-Bezieher:innen kontinuierlich zurück.
2023 nahmen 16,9 Prozent der Studierenden eine finanzielle Unterstützung aus staatlichen Mitteln in Anspruch. 360.000 erhielten BAföG, knapp 68.000 Personen profitierten von Stipendien wie dem Aufstiegsstipendium, dem Deutschlandstipendium oder einem Stipendium eines Begabtenförderungswerks. Rund 57.000 Studierende (1,98 Prozent) nahmen einen staatlichen Studienkredit in Anspruch. [6]

Stipendien für Studierende: Große Chancen, wenig Bewerber
Warum viele Studierende keine Stipendien beantragen
Auf der einen Seite gehören Geldsorgen für viele angehende Akademiker mehr oder weniger zum Alltag. Auf der anderen Seite gibt es jedes Jahr zahlreiche ausgeschriebene Stipendien, die mangels Bewerbungen nicht vergeben werden. Warum ist das so? Erstens: Manche potenzielle Unterstützer:innen könnten und würden zwar gerne fördern, ihnen fehlen jedoch die Mittel oder die Expertise, um Ihre Stipendien erfolgreich zu bewerben. Zweitens: Unter Studierenden hält sich immer noch hartnäckig das Vorurteil, Stipendien seien ausschließlich etwas für Hochbegabte – was so nicht stimmt, denn Stipendien gibt es für viele Zielgruppen.
Richtig ist: Ein Stipendium fällt einem nicht zu. Es liegt in der Regel bei den Studierenden, sich aktiv auf die Suche nach einem Stipendium zu machen, mit dem sie ihr Studium finanzieren können. Das geht zum Beispiel auf Internetportalen, die sich darauf spezialisiert haben, Studierende und Förderer zusammenzubringen. Hat man eine passende Ausschreibung gefunden, ist auch die anschließende Bewerbung mit einem gewissen Aufwand verbunden. Doch der kann sich gleich doppelt lohnen. Am Ende der Bemühungen kann eine kräftige Finanzspritze für’s Studium winken. Zudem macht sich ein Stipendium sehr gut im Lebenslauf.
Finanzielle Förderung mit Mehrwert: Das Deutschlandstipendium erklärt
Ein besonderes Stipendium wurde 2010 per Gesetz ins Leben gerufen. Das sogenannte “Deutschlandstipendium” richtet sich an Studierende, die nicht nur gute Noten haben, sondern auch sozial und gesellschaftlich engagiert sind. Der Bund hat das Programm ins Leben gerufen, um mehr private Förderer für Studierende zu gewinnen – und damit eine nationale Stipendienkultur zu etablieren, wie sie etwa zum Beispiel in den USA schon sehr viel mehr verbreitet ist.
Beteiligt sich ein privater Förderer mit monatlich 150 €, verdoppelt der Bund diese Summe. Deutschlandstipendiaten erhalten somit eine monatliche Unterstützung von 300 €. Private Förderer haben seit Beginn des Programms 356 Mio. € aufgebracht! Inzwischen profitieren davon bereits 33.033 Menschen. Anders als beim Bafög geht hier der Trend seit Jahren deutlich nach oben. [7]
Karrieremagazin Redaktionsteam
Liebevoll für euch zusammengestellt vom Karrieremagazin Redaktionsteam von IQB & Myjobfair
Quellen & Weblinks
- [1] Die Studierendenbefragung in Deutschland: 22. Sozialerhebung | BMBFSFJ
- [2] Im Schnitt fast 500 Euro für ein WG-Zimmer | tagesschau.de 10.03.2025
- [3] Wie viele Studierende in Deutschland bekommen BAföG? | hochschuldaten.che.de
- [4] BAföG und die Rolle von Fehleinschätzungen | fraunhofer.de
- [5] Midijob: Alles Wichtige zur Einkommensobergrenze im Übergangsbereich | lexware.de
- [6] Studienfinanzierung in Deutschland: Nur jede*r sechste Studierende mit staatlicher Unterstützung | che.de
- [7] deutschlandstipendium.de
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