Richtig entspannen und erfolgreich lernen: 5 Tipps für individuelle Lernpausen

Seit Jahrzehnten forschen Wissenschaftler:innen nach den Effekten von Pausen und finden immer wieder heraus: Erholungsphasen sind unverzichtbar für ein erfolgreiches und effizientes Lernen.

Richtig entspannen und erfolgreich lernen: Wie Lernpausen beim Studieren helfen

Es stehen Prüfungen bevor und die Theorie, die du dir noch aneignen musst, scheint kaum bewältigbar? Du sitzt seit Stunden an einer Arbeit und hast dich schon auf eine Nachtschicht eingestellt? Auch wenn’s sich verrückt anhört: Dann ist vielleicht jetzt genau der Moment, durchzuatmen und dir eine Pause zu nehmen. Wir zeigen dir, warum Lernpausen so wichtig sind und wie du sie am besten für dich ganz individuell nutzt.

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Produktiv ist nur, wer auch Pause macht

Seit Jahrzehnten forschen Wissenschaftler:innen nach den Effekten von Pausen und finden immer wieder heraus: Erholungsphasen sind unverzichtbar für ein erfolgreiches und effizientes Lernen. Das gilt nicht nur für Studierende – auch Berufstätige profitieren von regelmäßigen Pausen. Laut Arbeitsschutzgesetz sind 30 Minuten Pause nach sechs Stunden Arbeit sogar Pflicht.

Wie beim Sport kann auch am Arbeitsplatz niemand mehrere Stunden am Stück Leistung erbringen, da das Gehirn wie ein Muskel ermüdet und unsere Konzentration nachlässt. Umso besser, sich schon jetzt einen gesunden Pausenrhythmus anzueignen.

Was ist der optimale Pausenrhythmus?

Es gibt verschiedene Ansichten und Methoden, wie man den Wechsel und das Verhältnis zwischen Lernphasen und Pausen im Tagesablauf am besten gestalten sollte. Das hat auch mit deinem persönlichen Typ und der Aufgabe, an der du gerade arbeitest, zu tun.

Als Faustregel kannst du dir merken, dass eine Verschnaufpause nach 30 bis 90 Minuten in jedem Fall sinnvoll ist. Diese hilft dir, das Aufgenommene abzuspeichern, dich auf den nächsten Abschnitt zu fokussieren und motiviert zu bleiben. Beobachte aufmerksamsten, wie unterschiedlich lange Arbeitsabschnitte für dich funktionieren und passe deinen Rhythmus entsprechend an.

Eine Verschnaufpause nach 30 bis 90 Minuten ist in jedem Fall sinnvoll.

Stehe fünf bis zehn Minuten vom Schreibtisch auf, vertrete dir die Beine, lass frische Luft in den Raum und belohne dich mit einem gesunden Snack oder einem Kaffee. Überhaupt solltest du nicht vergessen, ausreichend Wasser zu trinken, um dein Gehirn mit Flüssigkeit zu versorgen, konzentriert bleiben zu können und Kopfschmerzen zu vermeiden. Eine solche kurze Pause kannst du auch zwischen zwei verschiedene Aufgaben legen, um dich gedanklich von dem einen Thema zu lösen und danach schneller auf das andere einzustellen.

Nach vier bis sechs Stunden sollte es dann eine deutlich längere Pause sein. Bestenfalls kommst du damit den ersten Anzeichen von Müdigkeit und Konzentrationsschwierigkeiten zuvor. Eine richtig genutzte Pause lässt die anschließende Produktivität steil wieder ansteigen und tut zugleich der körperlichen und mentalen Gesundheit gut. Dafür kannst du dir bis zu zwei Stunden Zeit nehmen. Achte nur darauf, den Punkt nicht zu verpassen, an dem die Motivation für eine weitere Lerneinheit wieder nachlässt.

Fünf Tipps für individuelle Lernpausen

  • 1 – Plane deine Pausen bewusst ein

Bevor du mit dem Lernen loslegst, verschaffe dir einen Überblick über den Stoff und die Zeit, die du dafür brauchst. Teile diesen in Themenblöcke ein, die du jeweils unterbrochen von einer Pause gut bewältigen kannst. Bleibe dabei ehrlich zu dir selbst, realistisch und nimm dir nicht zu viel vor.

Schrecken dich 90 Minuten Lernen am Stück ab? Dann plane lieber dreimal 30 Minuten mit einer kurzen Pause ein. Stören dich viele Unterbrechungen eher und tust du dich schwer, danach wieder reinzukommen? Dann mache nach einer Stunde die erste, etwas längere Pause. Wichtig ist, dass du die Pausenzeiten und -dauer gleich mit festlegst und dich daran hältst, bevor das Leistungstief eintritt.

  • 2- Konzentriere dich während der Arbeitszeiten voll und ganz

Während du an einem geplanten Thema sitzt, vermeide Ablenkungen wie Social-Media-Kanäle oder eingehende Nachrichten. So kannst du den Stoff in aller Ruhe durchgehen, nach jedem Abschnitt kurz innehalten und überprüfen, ob du ihn wirklich aufgenommen und verstanden hast. Anschließend lässt sich die kleine Pause als Belohnung guten Gewissens genießen. Zudem steigert das Erfolgserlebnis die Motivation für die noch folgenden Themen.

  • 3- Erledige deine Aufgaben zur richtigen Zeit

Nutze individuelle Produktivitätsphasen richtig und plane Aufgaben clever um die Pausen herum. In der Regel ist man zu Beginn der Lerneinheit am produktivsten und kann komplexere Themen besser aufnehmen. Kurz vor der Pause können leichtere und angenehmere Arbeiten erledigt werden. Auch das hilft dir, den Spaß am Studieren zu behalten, gut gelaunt in die Auszeit zu starten und danach mit einem positiven Gefühl an den Schreibtisch zurückzukehren.

  • 4 – Erkenne deine körperlichen und mentalen Signale

Trotz durchdachtem Zeitplan kann es gerade zu Beginn vorkommen, dass der Rhythmus, den du dir vorgenommen hast, noch nicht so ganz passt und du noch ein wenig daran schleifen musst. Zudem kann deine Leistungsfähigkeit tagesformabhängig sein.

Merkst du, wie du unruhig wirst, dir Pausen durch Ablenkungen „erschleichst“, ständig gähnen musst oder dieselbe Passage zum wiederholten Mal liest, ohne sie richtig aufzunehmen? Dann war die Dauer dieser Lerneinheit vielleicht etwas zu lang. Kommst du nach der Pause so gar nicht mehr rein und schiebst die noch offenen Aufgaben vor dir her? Dann sollte sie beim nächsten Mal wahrscheinlich etwas kürzer bleiben.

  • 5 – Schalte in den Pausen vollständig ab

Um den bestmöglichen Effekt zu erzielen, darfst und solltest du in der Pause richtig abschalten. Nutze die Zeit, indem du dir eine leckere, leichte Mahlzeit zubereitest und gehe an der frischen Luft spazieren. Wer mag, kann in die längere Pause auch eine Lauf- oder Yogaeinheit legen.

Entscheidend ist, das lange Sitzen am Schreibtisch und vor dem Bildschirm (damit sind auch Smartphone und Fernseher gemeint) zu unterbrechen. So entlastest du deine Augen, beugst Verspannungen vor und kommst auf andere Gedanken. Eine aktive Pause ist erholsamer, das Gehirn wird kreativer und verknüpft Zusammenhänge leichter.

Welche Arten von Pausen sonst noch wichtig sind

Verschiedene Studien haben gezeigt, dass Menschen in Summe nur zwischen drei und sechs Stunden am Tag wirklich produktiv sind. Der sogenannte „Spacing Effekt“ belegt: Längere Intervalle zwischen einzelnen Lerneinheiten helfen, das Gelernte besser zu verarbeiten und vom Kurzzeit- ins Langzeitgedächtnis zu überführen.

So kannst du dir viele Wiederholungen sparen und den Lernaufwand letztlich sogar verringern. Und: Auf Nachtschichten kannst du in den meisten Fällen eigentlich gleich verzichten. Neben den Pausen im Tagesablauf sind auch längere Auszeiten von der Uni wichtig für dein Befinden, deine Motivation, deine Leistung und deine Gesundheit. Dazu zählt ausreichend erholsamer Schlaf genauso wie regelmäßiger Urlaub.

Unterstützung für eine effektive Pause

Es gibt verschiedene Techniken und Methoden für einen effektiven Pausenrhythmus. Eine der bekanntesten ist die Pomodoro-Technik, die nach 25 Minuten Arbeit 5 Minuten Pause vorsieht. Diese Zeit wirkt auf die meisten Menschen überschaubar und dadurch motivierend, reicht aber dennoch aus, um Teilaufgaben zu erledigen.

Eine andere Theorie lautet, dass man bei einem Rhythmus von genau 52 Minuten Arbeit und 17 Minuten Pause im Wechsel am produktivsten ist. Probiere es mal aus und finde deine individuelle Variante, mit der du dich wohlfühlst und mit deiner Leistung zufrieden bist.

Du tust dich noch schwer, in den Pausen richtig abzuschalten, oder hast Schwierigkeiten, dich in den Lernphasen zu konzentrieren? Dann können diese Tools und Apps vielleicht helfen:

Tools & Apps für effiziente Lernpausen

  • Forest

Natürlich kannst du auf deinem Smartphone den Flugmodus einschalten und einen Timer für die Lern- und Pausenzeiten stellen. Mehr Spaß und eine zusätzliche Motivation verspricht Forest. Sobald du den Produktivitätsmodus einschaltest, wächst in der App während der vorab festgelegten Zeit ein virtueller Baum. Verlässt du die App vorzeitig oder öffnest eine andere, verwelkt er.

  • White Noise

Weißes Rauschen ist eine Mischung aus verschiedenen sanften Geräuschen, die zusammen einen eintönigen Klang ergeben. Das White Noise soll bei Konzentrationsschwierigkeiten oder auch Schlafproblemen helfen, indem es Störgeräusche überblendet.

  • Headspace

Wenn der Kopf auch in der Freizeit weiter um den Lernstoff kreist und der bloße Gedanke an eine Lernpause zu Stress führt, kann Meditation helfen. Gerade für Anfänger:innen ist das aber gar nicht so leicht. Deshalb bietet Headspace geführte Meditationen und Atemübungen, um den Fokus ganz bewusst zu verlegen, den Kopf frei zu bekommen und optimal von den positiven Effekten der Pause zu profitieren.

  • Power Nap App

Die Pause für einen kurzen Mittagsschlaf nutzen? In Japan gehört das zum Arbeitsalltag dazu. Der Power Nap fördert das Gedächtnis, das Energielevel und die Stimmung und kann so für eine richtig effektive Pause sorgen. Vorausgesetzt, du schläfst nicht zu lange und rutscht in den Tiefschlaf – 10 bis 20 Minuten sollten es maximal sein. Eine Power Nap App erleichtert das schnelle Einschlafen mit entspannenden Klängen und weckt dich wieder mit einem angenehmen Alarmton.

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