Soft Skills im Lebenslauf – Vier wertvolle Tipps

Gehören Soft Skills in den Lebenslauf? Auf jeden Fall! Persönliche, soziale und methodische Kompetenzen runden dein Profil ab und helfen Personalverantwortlichen, sich ein Bild von dir zu machen. Jedoch ist bei der Angabe von Hobbys, Auslandsaufenthalten und zum Beispiel IT-Kenntnissen Fingerspitzengefühl gefragt. Wir haben Tipps. 

Tipp 1: Auslandsaufenthalte angeben – auch längere Urlaubsreisen gehören dazu

Der USA-Schüleraustausch in der 11. Klasse ist vielleicht schon einige Jahre her. Dennoch gehört er unbedingt in den Lebenslauf. Denn der Auslandsaufenthalt zeigt, dass der Bewerbende schon in der Schulzeit aufgeschlossen gegenüber Neuem war und eine große Herausforderung angenommen hat. Zugleich hat er sich in einer anderen Kultur zurecht gefunden und seine Sprachkenntnisse verbessert – man sieht: Das Auslandsjahr lässt auf viele Eigenschaften rückschließen, die im Berufsleben von Vorteil sein können. 

Aber wie steht es mit der Angabe privat organisierter Auslandsaufenthalte? Gehören diese ebenfalls in den Lebenslauf? Es kommt darauf an. Wichtig ist, dass sich die Reise von einem gewöhnlichen Urlaub unterscheidet, zum Beispiel in puncto Dauer. Ein Beispiel: Wer nach dem Studium sechs Wochen durch Europa reist oder Südamerika auf eigene Faust erkundet, zeigt persönliche Kompetenzen sowie Organisationstalent und Flexibilität. 

Tipp 2: Hobbys – gerne außergewöhnlich

Hobbys sind kein Muss im Lebenslauf, können aber wichtig für den Gesamteindruck der Bewerbung sein. Ist eine Freizeitbeschäftigung außergewöhnlich, kann sie die Aufmerksamkeit von Recruitern wecken und dem Bewerber dabei helfen, sich von der Konkurrenz abzuheben. Aber Vorsicht! Grundsätzlich gilt: Hobbys nur dann erwähnen, wenn sie das Berufs- und Persönlichkeitsprofil sinnvoll ergänzen. 

Wer sich beispielsweise in der Outdoorbranche bewirbt, sollte seine Vorliebe für Mountainbiketouren auf jeden Fall angeben. So offensichtlich muss der Bezug von Hobby und ausgeschriebener Stelle aber nicht immer sein. Diverse Freizeitbeschäftigungen können etwas über den Charakter des Bewerbenden verraten und diesen in gutem Licht erscheinen lassen. Ist der Bewerber aktiv im Sportverein? Oder hat er zum Beispiel mit Erfolg eine Spendensammlung initiiert? Auf diese Weise können klassische Soft Skills wie “Teamfähigkeit” und “Eigeninitiative” für die Personaler veranschaulicht werden. 

Gibt es Hobbys, die nicht in den Lebenslauf gehören? Die Antwort lautet: Ja. Allgemein gehaltene Angaben wie “Lesen” wirken nicht aussagekräftig, sondern langweilig und beliebig. Daher raten wir davon ab. Stattdessen sollte überlegt werden, ob sich diese Angaben interessant präzisieren lassen. Gibt es etwa ein Literatur-Genre oder ein Sachthema, dem eine besondere Vorliebe gilt? Mit entsprechenden Ergänzungen kann auch ein scheinbar gewöhnliches Hobby dazu dienen, das Profil des Bewerbers zu schärfen. So präsentierst du dich als jemand, der sich gerne in ein Thema vertieft. 

Tipp 3: Soziale Kompetenzen – Persönlichkeit zählt

Personalverantwortliche interessieren sich sehr für den Charakter des Bewerbenden. Bei manchen Arbeitgebern zählt dieser mindestens genau so viel wie das Fachwissen. Denn während die Wissensbasis in der oftmals schnelllebigen Arbeitswelt ohnehin ständig erweitert werden muss, können gute Persönlichkeiten ein beständiger Erfolgsfaktor für ein Unternehmen sein. Was bedeutet das nun für die Angabe von Soft Skills im Lebenslauf? Ganz einfach: Vor diesem Hintergrund können auch scheinbar private Hobbys wichtig sein. 

Du hast ein Faible für Yoga? Das kann von Personalverantwortlichen zum Beispiel mit einer gesunden Work-Life-Balance in Verbindung gebracht werden. Zu deinen Stärken zählt wahrscheinlich, dass du im Beruf immer einen kühlen Kopf behältst. Ein weiteres Beispiel: Wer sich ehrenamtlich bei der lokalen Tafel engagiert, präsentiert sich als empathische Person. Im Arbeitsumfeld kann dies von Vorteil sein, weil du offenbar hilfsbereit und sozial eingestellt bist. 

Tipp 4: IT-Kenntnisse – nur fundiertes Wissen angeben

Vorsicht bei der Angabe von IT-Kenntnissen im Lebenslauf. Solche Fähigkeiten zählen zwar zu den wichtigsten methodischen Kompetenzen – doch Personalerinnen und Personaler gehen heutzutage selbstverständlich davon aus, dass Bewerber alle gängigen Text- und Tabellenverarbeitungsprogramme umfassend beherrschen. Wer in seinem Lebenslauf explizit darauf hinweist, kann möglicherweise als rückständig eingestuft werden. 

Ausdrücklich hinweisen sollte man dagegen auf den versierten Umgang mit Programmen, die nicht jeder beherrscht. Dazu zählen Programme und Tools aus den Bereichen Grafik, Zeitungserstellung oder Onlinekommunikation. Solche Kenntnisse gehören auf jeden Fall in den Lebenslauf, denn damit kann man sich von anderen Kandidatinnen und Kandidaten abheben. 

Insbesondere bei IT-Kenntnissen gilt: Keine falsche Bescheidenheit – aber lieber nicht bluffen. Auch wenn entsprechende Fähigkeiten in der Bewerbung i.d.R. nicht mit einem Zertifikat belegt werden müssen, sollten Bewerbende die angegebenen Programme tatsächlich beherrschen. Denn: Falls es zu einem Probearbeitstag kommt und man mit dem Tool aktiv arbeiten soll, fallen Wissenslücken schnell auf.