Motivation statt Prokrastination – wie man sich zum Lernen motivieren kann

Mit guten Vorsätzen ist das ja so eine Sache. Am Anfang ist man noch motiviert und zieht richtig durch, doch nach ein paar Tagen fängt es an zu bröckeln, man wird nachlässig und schon ist man wieder in sein altes Muster gefallen. Damit es dieses Mal tatsächlich besser wird, muss sich was ändern!

Wir alle kennen dieses Gefühl – die ganze Zeit ist man voll motiviert und energiegeladen, doch sobald man sich an den Schreibtisch setzt und mit dem Lernen beginnen möchte, wird man müde, unkonzentriert und träge. 

Man beginnt zu gähnen und kann damit gar nicht mehr aufhören. An konzentriertes Arbeiten ist nicht mehr zu denken. Am liebsten würde man sich zurück in sein warmes Bett legen und die Lernerei auf den nächsten Tag verschieben. 

Doch da drückt auch schon wieder das schlechte Gewissen. Sich hinlegen? Lieber nicht! Morgen hat man dann doch genauso wenig Lust wie am Tag zuvor. Besser man legt gleich los. 

Energieschub durch frische Luft – einfach mal die Fenster aufreißen

Statt sich jetzt einen Kaffee zu machen, hier bereits der erste Tipp: einfach mal das Fenster aufreißen. 

Meistens fehlt uns nur der Sauerstoff, um unsere Konzentrationsfähigkeit wieder auf ein höheres Level zu bringen. Kaffee hingegen wirkt immer nur sehr kurzfristig, gibt uns einen Energieschub und bringt uns ganz schnell wieder runter, sobald die Energie verbraucht ist. 

Lieber für frische Luft sorgen und tief einatmen. 

Dann kann es losgehen

Nachdem wir jetzt ein bisschen wacher geworden sind und uns nicht mehr von der unerbittlichen Gähnerei ablenken lassen, können wir mit dem Lernen starten. 

Am besten ist es, wenn man sich bereits vorher überlegt hat, was man genau lernen möchte. Der Abend zuvor ist hierfür der passende Zeitpunkt. Hierbei ist es besonders wichtig, in den eigenen Plänen konkret zu werden. 

Schreib dir einen Lernplan, und zwar immer 

Statt dir z.B. einfach nur aufzuschreiben, dass du heute Zivilrecht lernen möchtest, nimm dir genauere Aufgaben vor. Löse zum Beispiel einen Fall im immateriellen Sachenrecht und nimm dir dazu den Theoriestoff in Buch XY von Seite X bis X vor. Notiere dir einen Plan und priorisiere, welche Aufgaben am wichtigsten sind. 

So bist du nicht nur konkret in deiner eigenen Aufgabenstellung, sondern musstest dich auch für den Lernplan bereits mit dem Thema beschäftigen. Dies spart viel Zeit am nächsten Tag und ist gut für deine Merkfähigkeit. 

Auch Kleinvieh macht Mist

Ein weiterer Tipp ist, sich am Anfang lieber weniger Aufgaben aufzuschreiben als zu viele. Vor einem Berg von Aufgaben zu stehen, blockiert zumeist den wenig routinierten Studenten, statt ihn zu beflügeln. Schafft man die Aufgaben, die man sich vorgenommen hat, hat man hinterher das gute Gefühl, alles erledigt zu haben.

Nach einer Weile wirst du dein eigenes Tempo finden. Dadurch erkennst du auch, wie lange du für einzelne Aufgaben tatsächlich brauchst und kannst so deine Zeit noch besser planen. Dadurch wirst du zukünftig realistischere Lernpläne schreiben können. So sinkt die Gefahr, enttäuscht zu sein, wenn du nicht alles geschafft hast. Stichwort: To-Do-Listen-Stress. 

Beim Lernen gilt die Devise: dranbleiben!

In der Schule haben wir bereits gelernt, dass man nicht stundenlang am Stück lernen kann. Das gesamte Schulsystem besteht aus 45 min Lernzeit, gefolgt von einer kurzen, 5-minütigen Pause und einer weiteren Lernsession. Erst danach kommt es zu einer längeren Pause. Dieses System können wir auch im Studium behalten.

So hat man alle 45 Minuten einen Endorphin-Schub und ist froh, eine kurze Pause machen zu können. Diese sollte vor allem als Pause genutzt werden. Tut alles was ihr gerne macht in dieser kurzen Zeit. 

Effizienzbooster: Pomodoro-Technik

Mit einem ähnlichen System arbeitet die sogenannte Pomodoro-Technik. Auch hier werden die Lerneinheiten in Zeitspannen aufgeteilt. Doch im Gegensatz zum Schulsystem sind diese kürzer angelegt. Die Arbeitseinheiten dauern hier 25 Minuten und werden erneut nur von einer 5-minütigen Pause unterbrochen. Nach 4-maligen wiederholen steht dann endlich eine längere Pause an. 

Was ist die Pomodoro-Technik? 

Fans von Pizza, Pasta und Amore haben es gleich erkannt: Pomodoro – das stammt aus Italien und hat was mit Tomaten zu tun! Wirklich? Nicht ganz. Aber die Pomodoro-Technik wurde von dem Italiener Francesco Cirillo erfunden. Cirillo war während seines Studiums eher der Lerntyp „Trödler“ und begann, seine Lernphasen mit der Küchenuhr zu stoppen, welche die Form einer Tomate hatte. Daher stammt der Name Pomodoro-Technik, Pomodoro ist italienisch und heißt Tomate. 

Wie funktioniert die Pomodoro-Technik? 

Das Prinzip der Pomodoro-Technik ist eigentlich ganz simpel. So läuft diese Methode ab:

  1.  Aufgabe auswählen, die man erledigen möchte.
  2. Den Wecker auf 25 Minuten stellen. 
  3. Möglichst konzentriert bis zum Klingeln arbeiten – 25 Minuten – das schafft ihr locker! 
  4. Wenn der Wecker klingelt, Aufgabe abhaken. 
  5. Jetzt ist eine kurze Pause dran. Geht kurz an die frische Luft oder trinkt einen Kaffee. 
  6. Dann startet das nächste Zeitintervall – Cirillo nennt die Zeitintervalle Pomodoro. 
  7. Nach 4 Pomodoros à 25 Min steht eine längere Pause an. Hierfür könnt ihr euch 20 bis 30 Minuten Zeit nehmen.

Wichtig ist, dass ihr die Aufgaben vorher auch in kleine Happen eingeteilt habt, die ihr in 25 Minuten schaffen könnt. Oder plant mehrere Pomodoros für größere Aufgabe ein: 3 Pomodoro à 25 Minuten für Aufgabe XYZ. 

Was sind die Vorteile der Pomodoro-Technik? 

Cirillo geht davon aus, dass durch die Pomodoro-Technik gleich mehrere positive Effekte erzielt werden können. 

Die Pomodoro-Technik gilt als der Effizienzbooster im Studium. Doch, ob dieser Booster für jeden gleich gut funktioniert ist fraglich. Im Jurastudium ist vieles darauf ausgelegt, sich ganze fünf Stunden am Stück konzentrieren zu können. Dies haben wir den ausschweifenden Examensklausuren zu verdanken, die nun mal geschrieben werden müssen. 

Man sollte hierbei verschiedene Zeiten für sich selbst ausprobieren. Der eine ist durch Pausen nach so einem kleinen Zeitraum viel unkonzentrierter als zuvor, der andere schwört auf dieses System. Hierbei gibt es nun leider kein Patentrezept oder die eine richtige Lösung. 

Jedoch erleichtert es große komplexe Aufgaben, wenn diese in kleinere Stücke zerteilt werden. Auch hier gilt, weniger ist zu Beginn mehr. 

Gönn Dir – die Macht der Belohnung

Sollten die 25 Minuten mal zur Qual werden, kann man sich auch mit kleinen Belohnungen am Laufen halten. Hierbei sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Dem einen genügt es, wenn er sich nach einer Lernsession mal etwas Süßes gönnt, der andere braucht eine Folge seiner Lieblingsserie. 

Was es bei dir auch ist. Gönn dir! Lernen ist anstrengend und wird viel zu wenig durch die Gesellschaft honoriert. Ja, am Ende hat man einen allgemein anerkannten Abschluss. Aber auf dem Weg dahin, waren es viele kleine Schritte, die es ermöglicht haben, das Studium erfolgreich abzuschließen – und die waren ganz schön herausfordernd!

Jemand, der eine Ausbildung zum/r Tischler:in macht, kann etwas Konkretes vorweisen. Die Werkstücke kann man sich stolz in ein Regel stellen. Ein:e angehende:r Jurist:in kann das erworbene Wissen niemandem so leicht unter die Nase reiben. Außer es fragt dich jemand nach Hilfe zum Mietvertrag. 

Die umgedrehte „to do-Liste“

Umso wichtiger ist es, dass du dir selbst täglich vor Augen führst, was du alles leistet und was du bisher erreicht hast. Das motiviert auf lange Sicht. 

Schreib dir auf, was du so geleistet hast. Mach eine Liste, sieh dir an, was du alles geleistet hast und zu was du in der Lage bist. Darauf kannst du stolz sein!

Solltest du mal wieder in ein Lern-Tief fallen, kann dir diese Liste heraushelfen.

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