Social Media für die Bewerbung nutzen – 8 Tipps

Eine Checkliste für Social Media in der Bewerbung. Wir zeigen dir, an welchen Stellen man sich besser bedeckt hält und wo man sich gekonnt in Szene setzt.

Social Media für die Bewerbung nutzen – Checkliste mit 8 Tipps

Verwackelte Partybilder, allzu offenherzige Posts mit zahlreichen Rechtschreibfehlern oder veraltete Beiträge von Freunden, Promis oder Medien, die du so heute nicht mehr teilen würdest – spätestens vor der ersten ernsthaften Bewerbung ist es an der Zeit, deine Social Media-Profile unter die Lupe zu nehmen. Denn wie du dich im Netz präsentierst, beeinflusst den ersten Eindruck, den Personalverantwortliche von dir haben.

Die gute Nachricht: Du kannst dies zu deinem Vorteil nutzen. Aussagekräftige persönliche Kanäle können attraktive Bewerbungen unterstreichen und die Aufmerksamkeit von Recuiter:innen gezielt auf dich als Kandidat:in lenken.

Wir zeigen dir, wie du die sozialen Netzwerke bei der Jobsuche nutzen und sogar für dich arbeiten lassen kannst. Und wer danach sofort und kinderleicht in die Umsetzung kommen möchte, findet weiter unten unsere praktische Checkliste mit 8 Tipps.

Mache eine Bestandsaufnahme

Ein guter Ausgangspunkt ist es, sich als Bewerber:in in den potenziellen Arbeitgeber hineinzuversetzen. Eine Google-Suche nach deinem Namen ist meist der erste Schritt des Recruiters. Anhand weniger Fragen verschaffst du dir schnell einen Überblick über den „Status Quo“ deiner Online-Präsenz: Was sind die Top-Ergebnisse? Mit welchen Themen bringen dich diese in Verbindung? Wie aktuell und relevant sind die Beiträge? Auf welche deiner Social Media-Kanäle stößt man unmittelbar und wo bist du sonst noch aktiv?

Frage dich außerdem, ob diese Suchergebnisse mit der Realität und – noch wichtiger – deiner gewünschten Außenwahrnehmung übereinstimmen.

Egal, wie deine Antworten auf diese Fragen aussehen: Keine Panik. Auf dieses Wissen kannst du Schritt für Schritt aufbauen und dich im Netz deinen Vorstellungen entsprechend positionieren.

Starte mit einem gründlichen Social Media-Frühjahrsputz

In den vorwiegend privat genutzten sozialen Netzwerken wie Instagram, Facebook und Twitter sammelt sich im Laufe der Jahre einiges an. Spätestens mit dem Berufseinstieg kommt der richtige Zeitpunkt, aufzuräumen.

Das heißt nicht, jegliche Individualität aus den Profilen zu entfernen – sondern nur sorgfältig Ausgewähltes öffentlich preiszugeben. In den gängigen sozialen Medien kann man verschiedenen Personengruppen (z. B. Familie, enge Freunde, Kolleg:innen oder Öffentlichkeit) unterschiedliche Berechtigungen zuweisen und die Sichtbarkeit einschränken.

Wer schon in den sozialen Karrierenetzwerken LinkedIn und/oder Xing angemeldet ist, macht hier gleich weiter. Ist das Profilbild aktuell und professionell, zum Beispiel ein Bewerbungsbild? Ist der Lebenslauf vollständig gepflegt?

Das Verlinken vorheriger Arbeitgeber macht es Recruiter:innen leichter, mehr über die Themenschwerpunkte deines Werdegangs und deine persönliche Nische zu erfahren. Und Lücken im Lebenslauf lassen sich im persönlichen Profil detaillierter und sympathischer aufklären, als im klassischen CV.

Damit steht eine solide Basis und der Anfang ist geschafft.

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Stelle eine übergreifende Strategie und einen Plan für jeden Kanal auf

Wenn die Grundlage stimmt, können die Kanäle mit neuem, passendem Inhalt angereichert werden. Dafür ist es sinnvoll, sich vorab Gedanken zu machen, welche Rolle der jeweilige Kanal spielen soll. Personalverantwortlichen ist bewusst, dass private Instagram-, Facebook- und Tiktok-Profile etwas für die Freizeit sind und vorwiegend einen Einblick in eine:n Kandidat:in als Privatperson geben – hier wird also vor allem nach einem menschlichen „Fit“ zum Unternehmen und dem bestehenden Team gesucht.

Es dürfen also Hobbys, persönliche Interessen und Schnappschüsse gezeigt werden und der Ton darf locker sein. Wer verschiedene Berechtigungsgruppen angelegt hat, kann darüber zusätzlich steuern, welche Posts bei Profilbesuchern ausgespielt werden.

Auf LinkedIn und Xing erwarten Nutzer vorwiegend Business-Content. Hier finden also berufliche Updates, branchenrelevante Newsbeiträge, Meinungen, professioneller Austausch und manchmal auch Work-Life-Balance-Themen statt. Karrierenetzwerke wie diese bieten außerdem noch viel mehr Möglichkeiten, sich im Netz beruflich zu positionieren.

Überlege dir also einen roten Faden für jeden deiner Kanäle, überprüfe jeden Post vor der Veröffentlichung und passe ihn ggf. für den jeweiligen Kanal an, damit er deine Außenwahrnehmung positiv unterstützt.

Erweitere dein Netzwerk

Mit einer gut überlegten Strategie fällt es leichter, sich mit den richtigen Personen zu vernetzen. Während private Kanäle vorwiegend für Familie, Freunde und engere Bekannte gedacht sind, findet man in den Karrierenetzwerken Kommiliton:innen, Kolleg:innen, Vorgesetzte, Geschäftspartner und weitere berufliche Kontakte von Branchentreffen, Messen und sonstigen Veranstaltungen wieder.

Sei dabei nicht zu schüchtern, den ersten Schritt zu machen. Eine Kontaktanfrage mit Bezugnahme auf das Kennenlernen und einer freundlichen Nachricht zeigt Interesse am Gesprächspartner, hinterlässt einen positiven Eindruck und wird selten ausgeschlagen. Denn: Letztlich profitiert jeder von einem breiten, relevanten Netzwerk – egal ob man gerade auf Jobsuche ist, neue Mitarbeiter:innen gewinnen oder einfach nur über die neuesten Entwicklungen des eigenen Fachgebiets informiert bleiben möchte.

Damit ist sozusagen die Pflicht erfüllt, wenn es darum geht, die sozialen Medien in der Bewerbungsphase zu nutzen – jetzt folgt die Kür.

Finde offene Stellen, Inspiration und Quellen für Fachwissen

Natürlich kannst du deine Social Media-Profile passiv nutzen, quasi als Online-Lebenslauf, -Kurzvorstellung und -Kontaktdatenbank. Bei klassischen Bewerbungen kannst du jetzt außerdem selbstbewusst die Kanäle verlinken und Recruiter:innen einladen, dich auf diese Weise schon etwas besser kennenzulernen. Richtig eingesetzt können soziale Netzwerke die Jobsuche deutlich erleichtern, die Karriere auch über die Bewerbung hinaus begleiten und richtig Spaß machen.

Personalverantwortliche schreiben Stellen über verschiedene Kanäle aus – inklusive der bekannten sozialen Medien. Über die plattformeigene Suchfunktion oder auf den Profilen interessanter Unternehmen kannst du also, wie auf einer klassischen Jobbörse oder Unternehmenswebsite, einfach danach suchen und dich oft sogar unkompliziert direkt bewerben. Abonnierst du deine Wunsch-Firmen, erfährst du zudem immer sofort von neuen Jobchancen.

Übrigens: Auf Basis der bisherigen Follows werden von der Plattform weitere Kanäle von Unternehmen, Magazinen und Fachbloggern und anderen Meinungsführern vorgeschlagen. So erweiterst du deinen Horizont, sammelst jede Menge Inspiration, legst einen professionellen Newsfeed an und bleibst über Neuigkeiten aus der Branche informiert – und damit kannst du im Bewerbungsanschreiben und Vorstellungsgespräch punkten.

Gestalte mit und lasse dich finden

Wer jetzt auf den Geschmack gekommen ist, kann einen Schritt weitergehen und in sozialen Netzwerken aktiv mitgestalten – also an Diskussionen teilnehmen oder sogar eigene Inhalte kreieren und anderen Einblicke in den persönlichen Karriereweg ermöglichen.

Bleibe dir dabei selbst treu, sowohl beim Inhalt als auch bei der Postingfrequenz, aber habe keine falsche Scheu: Auch als Berufseinsteiger:in kann deine authentische Perspektive für viele eine Bereicherung sein.

Denke nochmal an deine Strategie aus Schritt 2 und dein Netzwerk: Wer sind diese Personen, was interessiert sie? Und auch: Was ist dein (Traum-)Beruf, kannst du dazu einen konkreten Bezug herstellen? Besonders profitieren können z. B. Social Media-Manager:innen, Content Creator und Journalist:innen. Für sie können die persönlichen Profile ein lebendiges Portfolio darstellen oder generieren Reichweite auf verlinkte Blogs und Artikel.

Auf diese Weise erarbeiten sich Bewerber:innen einen zusätzlichen Vorteil. Denn die Besetzung etwa jeder siebten Stelle erfolgt laut einer Studie der Uni Bamberg in 2020 über „Active Sourcing“ – eine Methode des Recruiting, bei der Personalverantwortliche selbst, häufig in den sozialen (Karriere-)Netzwerken, nach geeigneten Kandidat:innen suchen. Wer also eine ansprechende und aussagekräftige Online-Präsenz hat, erhöht die Chancen, gefunden zu werden.

Social Media für die Bewerbung nutzen – 8 Tipps

Unsere Checkliste für deinen bewerbungstauglichen Social Media-Auftritt

Das alles klingt noch überwältigend? Dieser Leitfaden mit acht Tipps zum Abhaken hilft dir, schnell in die Umsetzung zu kommen und mit einem professionellen Online-Auftritt noch selbstbewusster auf Jobsuche zu gehen.

  1. Sichtbarkeiten checken: Lege Personengruppen mit verschiedenen Berechtigungen an oder setze das Profil in den Einstellungen gleich auf „privat“.
  2. Basics auffrischen: Punkte mit einem professionellen Profilbild, aktualisiere Angaben zu Studium und Job und weitere Details wie z.B den Wohnort.
  3. Strategie und Plan aufsetzen: Entscheide, welche Plattformen du wofür nutzt und lege auf Basis dieser Entscheidung Richtlinien für die Inhalte, die du auf jedem Kanal teilst, fest.
  4. Netzwerk ausbauen: Knüpfe in den Businessnetzwerken relevante Kontakte mit alten und neuen (beruflichen) Bekanntschaften.
  5. Das LinkedIn- oder Xing-Profil in die Bewerbung aufnehmen: Mache es Personalverantwortlichen leicht, dich über deine Online-Präsenz näher kennenzulernen. Oder suche und nutze die Möglichkeit, dich mit deinem Profil direkt innerhalb der Plattformen zu bewerben.
  6. Wissensvorsprung durch Social Media ergattern: Folge interessanten Unternehmen, Fachmedien oder Experten und hole dir tagesaktuelle Trends und Meinungen aus der Branche in den Feed.
  7. Von Recruitern finden lassen: Mit den richtigen Schlagworten im Profil, einem relevanten Netzwerk, gemeinsamen Interessen und aussagekräftigen, selbstkreierten Inhalten erhöhst du die Chancen, beim Active Sourcing auf dich aufmerksam zu machen
  8. Authentizität ist oberstes Gebot.

Viel Erfolg!

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Karrieremagazin Redaktionsteam

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