Selbstanalyse für die Bewerbung: Was es ist und was es bringt

Was haben Selbstanalyse und Bewerbung miteinander zu tun? Ganz einfach: Indem Sie sich ihre individuellen Eigenschaften bewusst machen, schaffen Sie sich als Bewerber oder Bewerberin beste Voraussetzungen für Ihren Erfolg. Wir zeigen wie es geht.

Bewerbung: Was ist eine Selbstanalyse?

Die Selbstanalyse ist ein Verfahren, mit dem du über deine individuellen Eigenschaften, Ambitionen und Bedürfnisse Klarheit gewinnst. Diese Erkenntnisse sind die beste Basis, um mit deiner Bewerbung ans Ziel zu kommen.

Was haben Selbstanalyse und Bewerbung miteinander zu tun? Ganz einfach: Indem du dir über deine individuellen Eigenschaften klar wirst, schaffst du als Bewerberin oder Bewerber beste Voraussetzungen für deinen Erfolg.

Wenn du dir deiner Persönlichkeit mit allen Facetten bewusst bist, kannst du bei der Jobsuche nicht nur effizienter vorgehen, du wirst es auch leichter haben, andere von dir zu überzeugen. Kurzum: Von einer Selbstanalyse kann deine Bewerbung nur profitieren. Doch wie genau geht man dabei vor?

Nimm dir Zeit, deine persönlichen Antworten zu finden und – ganz wichtig – sei bei der Selbstanalyse ehrlich zu dir selbst. Hier geht es ausschließlich darum, ein möglichst vollständiges Bild von sich selbst zu gewinnen – und noch nicht darum, jemanden von sich zu überzeugen.

Bei einer gelungenen Selbstanalyse dreht sich alles um die Frage “Wer bin ich?”.  Im Mittelpunkt sollten dabei die Kompetenzen und die Erwartungen an die Arbeit stehen.

Selbstanalyse schreiben: Halte deine Gedanken fest

In jedem Fall ist es hilfreich, Erkenntnisse schriftlich festzuhalten. Indem du deine Selbstanalyse aufschreibst, stellst du sicher, dass du nichts vergisst. Außerdem kannst du deine Aufzeichnungen zum Beispiel auch von Familienmitgliedern, Freund:innen und Kolleg:innen ergänzen lassen. Reflektiere die Rückmeldungen, die du bekommst. Was deckt sich mit deiner eigenen Sichtweise, was nicht? Was ist dir neu? Kannst du dem zustimmen oder eher nicht?  Übernimm diejenigen Ergänzungen, die für dich nachvollziehbar und hilfreich sind. 

Alles dreht sich um die Frage “Wer bin ich?”

Bei einer gelungenen Selbstanalyse dreht sich alles um die Frage “Wer bin ich?”.  Im Folgenden zeigen wir, mit welchen Facetten dieser komplexen Frage du dich genauer beschäftigen solltest. Im Mittelpunkt sollten dabei deine Kompetenzen und die Erwartungen an deine Arbeit stehen.

Fragebogen für die Selbstanalyse

Aller Anfang ist schwer? Bei der Selbstanalyse kann das durchaus der Fall sein. Eine gute Struktur kann es dir leichter machen. Probiere es mit einem Fragebogen für die Selbstanalyse. Darauf findest du alle relevanten Fragen in einer sinnvollen Reihenfolge – der ideale Leitfaden, um die gewünschten Erkenntnisse über sich selbst zu gewinnen.

Den Fragebogen kannst du hier runterladen:

Fragebogen für die Selbstanalyse:
Hintergrundinfos & Leitfaden

> Was kann ich? Schlüsselqualifikationen identifizieren – und mehr

Los geht’s! Zu Beginn frage dich selbst nach den besonderen Fähigkeiten, die du für den Beruf mitbringst. Gerade Absolvent:innen können hier schon einmal ins Grübeln kommen – wenn du noch nicht über viel Praxiserfahrung verfügst, bedenke: Viele Kompetenzen liegen im persönlichen Bereich, weniger in der Berufserfahrung – das gilt übrigens nicht nur für Einsteiger. Überlege ganz einfach: Was hast du als Hobby, im Praktikum, als Ehrenamtlicher im Studentenjob gemacht? Inwiefern hast du theoretisches Wissen mit praktischer Erfahrung verknüpft?

Egal für welchen Job du dich bewirbst, neben fachlichen Kenntnissen wird man einige Schlüsselqualifikationen von dir erwarten. Inwiefern verfügst du über diese Eigenschaften und wie hast du diese bereits unter Beweis gestellt? Finde es raus! Hier ist eine Liste mit Stichworten, die dir dabei auf die Sprünge helfen:

  • Teamorientiertes Arbeiten: Wie bist du, wenn du mit anderen zusammenarbeitest? Reflektiere zum Beispiel Gruppenarbeiten, WG-Erfahrung, Vorlesungsmitschriften mit Kommiliton:innen, Jugend- und Vereinsarbeit.

  • Konzeptionelles Denken: Wie gut kannst du eine Zielvorstellung entwickeln, auf dem Weg dahin Probleme lösen und Chancen nutzen? Du musst (noch) kein Projektmanager sein, um diese Fragen zu beantworten. Denke zum Beispiel an Abschlussarbeiten und Projektarbeiten, die du absolviert hast.
  • Engagement: Wohl die meisten Arbeitgeber wünschen sich engagierte Mitarbeiter*innen. Inwiefern verfügst du über diese Bereitschaft? Reflektiere Erfahrungen aus deinen Einsätzen zum Beispiel als Studentische Vertretung, Mentor/Tutor, Jobs im sozialen Bereich, Vereinsarbeit. Auch wenn du Zusatzqualifikationen erworben hast, zeugt das von besonderem Engagement.
  • Organisationstalent: Komplexe Abläufe zu steuern, ist eine weitere wertvolle Fähigkeit. Hast du sie schon unter Beweis gestellt? Zum Beispiel bei Studienfinanzierungsjobs, im Auslandssemester oder auch bei einem Umzug? 
  • Leistungsbereitschaft: Wie ausgeprägt ist deine Bereitschaft, mehr als nur das Pflichtprogramm zu absolvieren? Anhaltspunkte hierfür können sein: Extra-Scheine, Praktika und Nebenjobs, erlernte Sprachen oder Leistungen im Bereich Sport.
  • Flexibilität: Wie anpassungsfähig bist du; inwiefern hast du dich schon auf verschiedensten Feldern bewiesen? Dein Fächerspektrum, besondere Lernbereitschaft oder auch Erfahrungen aus Nebenjobs können dir hier Anhaltspunkte bieten.
  • Kundenorientiertes Denken: Inwiefern kannst du dich in eine Zielgruppe hineinversetzen? Reflektiere Erfahrungen zum Beispiel aus Personalarbeit, Hochschulgruppen oder Nebenjobs.
  • Selbstständiges Arbeiten: Inwiefern kannst du dir selbst Ziele stecken, Arbeitsschritte definieren und erledigen, Aufgaben priorisieren usw.? Denke an dein Vorgehen zum Beispiel bei der Jobsuche, in Seminaren, während des Praktikums und Hausarbeiten.

Bis hierhin hast du bereits jede Menge Stoff für deine Selbstanalyse  gesammelt. Möglicherweise bist du über den Umfang überrascht. Um dein Profil zu verinnerlichen, kann es helfen, es zu visualisieren. Erstelle dir dazu eine MindMap nach folgendem Muster:

Erstelle eine MindMap:

Mindmap Selbstanalyse

> Was will ich?

Mit deinen Kompetenzen kannst du deine Ziele erreichen. Aber was sind eigentlich deine Ziele? Die negative Auslese ist oft einfacher – beginne damit dich folgendes zu fragen:

  • Was will ich nicht?
  • Gibt es Branchen, die nicht in Frage kommen?

Im Anschluss werden dich folgende Fragen bei der Selbstanalyse weiterbringen:

  • Welche Bedingungen müssen erfüllt werden, worauf kann ich verzichten?
  • Welche Größe soll das Unternehmen haben?
  • Soll es national oder international ausgerichtet sein?
  • Welchen Handlungs- und Gestaltungsspielraum benötige ich?
  • Welche Weiterbildungen sind mir wichtig?
  • Arbeite ich lieber strategisch oder operativ?

> Was ist realistisch umsetzbar?

Wenn du dir deine berufliche Zukunft ausmalst, ist Träumen ausdrücklich erlaubt. Mach dir jedoch auch bewusst, was – wohlgemerkt, zum jetzigen Zeitpunkt – realistisch umsetzbar ist. Von einer realistischen Herangehensweise wirst du in der Bewerbungsphase vielfach profitieren: So wirst du bei der Stellensuche effizienter vorgehen, die Anzahl entmutigender Absagen reduzieren und deine Chancen auf einen Job steigern, der dich wirklich zufrieden macht.

> Was bedeutet Erfolg für dich?

Typischerweise haben Berufsanfänger große Ziele vor Augen und möchten diese auch erreichen – sie streben nach Erfolg. Doch was genau das bedeutet, kann und darf jede:r für sich selbst entscheiden. Wie sieht es bei dir aus? Möchtest du beruflich eine hohe Stellung erreichen? Viel Geld verdienen? Eine Familie gründen? In einem kreativen Team arbeiten und neue Ideen umsetzen? Ein Stück Regenwald retten? Die Möglichkeiten sind vielfältig. Offene Fragen, mit denen du dich deiner persönlichen Erfolgsdefinition nähern kannst, sind:

  • Wofür brennst du?
  • Was ist deine Leidenschaft?

> Was möchtest du beruflich erreichen?

Wohl die meisten Absolvent:innen haben auf die Frage nach dem Traumjob zumindest schon eine vage Antwort. Die Selbstanalyse bietet dir die Chance, diese noch präziser zu formulieren. Stelle dir folgende Fragen:

  • Wie will ich leben und arbeiten?
  • Wie viel Zeit möchten ich in die Arbeit investieren?
  • Wie soll meine Arbeitsumgebung aussehen?
  • Was macht ein Unternehmen für mich attraktiv?
  • Mit wem möchten ich gerne arbeiten?
  • Gibt es Dinge, die ich im Job nicht tolerieren würden?

> Kennst du dein eigenes Profil?

Im letzten Schritt der Selbstanalyse für deine Bewerbung geht es darum, dein Profil auf den Punkt zu bringen. Es ist durchaus möglich, dabei einige deiner bereits gewonnenen Erkenntnisse nochmals aufzuführen. Auf diese Weise kannst du die Essenz deiner Selbstanalyse herausarbeiten – das perfekte Rüstzeug für den nächsten Schritt in der Bewerbungsphase. Überlegen dir abschließend:

  • Auf welchem Feld habe ich besonders viele Erfahrungen gesammelt?
  • Was macht mir bei der Arbeit am meisten Spaß?

Wenn du eine Antwort auf diese Fragen hast, kannst du feststellen, ob der ausgeschriebene Job zu ihnen passt! Einer effizienten Stellensuche steht nun nichts mehr im Wege. Viel Erfolg!

Birgit Klaus, Bewerbermarketing, IQB Career Services
Autorin

Birgit Klaus

Birgit Klaus ist Expertin für den Berufseinstieg. Seit 2015 ist sie selbständige Personalberaterin. Spezialisiert ist sie auf die Beratung von Studierenden am Beginn von Arbeitsleben und Karriere. Dabei gibt sie ihre Erfahrungen aus langjähriger Tätigkeit im Personal- und Hochschulmarketing im gesamten deutschsprachigen Raum weiter. Als Projektleiterin hat sie zudem zahlreiche Recruitingprozesse begleitet. Bei IQB Career Services führt Birgit Klaus die Workshops für Bewerberinnen und Bewerber durch und ist für das Marketing und die Kommunikation mit Kooperationspartnern verantwortlich.

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