Fürs Networking kein Talent? – 5 Erfolgtstipps für erfolgreiches Netzwerken

Kontakte zu knüpfen gehört im Berufsleben dazu. Ein gutes Netzwerk bietet Möglichkeiten für Austausch, Inspiration und die eigene Weiterentwicklung. Wir zeigen, wie das Networking gelingt.

Ein gutes Netzwerk ist Gold wert

Kontakte zu knüpfen gehört im Berufsleben dazu. Ein gutes Netzwerk ist nicht nur zu Beginn der Karriere Gold wert. Strategisch und proaktiv angegangen und ausgebaut, öffnet es Ihnen nicht nur Türen, sondern bietet Möglichkeiten für wertvollen Austausch, Inspiration oder die eigene berufliche wie auch persönliche Weiterentwicklung. Schätzungen lassen sogar vermuten, dass mehr als die Hälfte aller Positionen im Management über Beziehungen und damit nicht über Stellenausschreibungen vergeben werden.[1]

Networking ist zum einen ein wichtiger Schlüssel zum Erfolg, zum anderen aber auch eine Kunst. Es geht darum, Kontakte mit den richtigen Menschen zu knüpfen und diese mit Leben zu erfüllen. Das ist vielen klar. Dennoch heißt es regelmäßig: „Bei Ihnen klingt das mit dem Netzwerken so einfach. Aber ich habe einfach kein Talent dafür.“

Fragt man nach, wird schnell deutlich, dass diese Personen Netzwerken eher hintenanstellen, um den damit einhergehenden Herausforderungen (wie bspw. das Knüpfen oder Vertiefen von Kontakten aber auch die eigene Sichtbarkeit im Netz) lieber aus dem Weg zu gehen. Dies führt regelmäßig auch dazu, dass die betreffenden Personen dann nicht oder eben nicht wie gewünscht von den mit Networking einhergehenden Vorteilen wie Empfehlungen, Jobangeboten oder Kooperationsanfragen usw. profitieren.

Netzwerken hat nichts mit Talent zu tun

Was jedoch die wenigsten Berufsanfänger:innen wissen: Netzwerken hat nichts mit Talent und auch wenig mit den eigenen Qualitäten zu tun. Sicher sind Ihnen schon Menschen auf Netzwerkveranstaltungen begegnet, die sich mit dem Kontaktauf- und -ausbau deutlich leichter als gegebenenfalls Sie selbst tun und Diese Personen sind von ihrem Wesen her regelmäßig extrovertiert und damit kontaktfreudiger. Smalltalk ist scheinbar mühelos, es gelingt Ihnen schneller und leichter mit anderen und vor allem mit ihnen bislang unbekannten Personen ins Gespräch zu kommen.

Die Art und Weise anderer sollte Sie jedoch nicht vom Networking abhalten. Netzwerken ist Beziehungspflege und hat vielmehr mit Empathie und echtem Interesse am Gegenüber – als eben mit Talent – zu tun. Diese Tools lassen sich erlernen. Mit der richtigen Einstellung, echter Neugier und Fokus auf Ihr Gegenüber können Sie beinahe jede Person von sich begeistern und damit für Ihr Netzwerk (und/oder gar einen vertieften Austausch) gewinnen.   

Sie können sich das nicht vorstellen? Wie Sie das machen, verrate ich Ihnen jetzt:

5 Erfolgtstipps für erfolgreiches Netzwerken

1. Hinterfragen Sie Ihre Einstellung zum Netzwerken

Gehen Sie mit der Intention ins Networking, interessante Menschen kennenlernen zu wollen. Setzen Sie sich am Anfang nicht unnötig unter Druck. Es geht auf Netzwerkveranstaltungen (und darüber hinaus) nicht darum, mit besonders vielen Personen in den Austausch zu kommen. Ihr Ziel sollte vielmehr sein, – einige wenige – Kontakte mit Potenzial zu knüpfen oder den Austausch mit den für Sie richtigen Menschen zu vertiefen.

2. Nehmen Sie Ihr Gegenüber in den Fokus

Fokussieren Sie sich beim Erstkontakt – wie auch bei der wiederholten Ansprache – auf Ihr Gegenüber. Interessieren Sie sich dafür, wer diese Person ist. Fragen Sie nach, was dieser Mensch beruflich und darüber hinaus noch tut. Stellen Sie Fragen nach Details.  Lassen Sie sich beim erneuten Austausch auf den aktuellen Stand bringen. Auf diese Weise zeigen Sie echtes Interesse an Ihren Gesprächspartner:innen und geben jeder einzelnen Person die Gelegenheit, Ihnen ihre Expertise und damit auch ihr Potenzial zu zeigen. Fast jeder Mensch spricht gern über sich und die eigenen Themen, wenn die Bühne (und damit das Gegenüber) passt.

Wenn Ihnen der Gesprächseinstieg schwerfällt, nehmen Sie sich alles zu Hilfe, was sich Ihnen bietet. Namensschilder geben regelmäßig Hinweise auf Position und Unternehmen. Stellen Sie alternativ einen Bezug zur jeweiligen Veranstaltung her. Lassen Sie sich bspw. auch erläutern, warum Ihr Gegenüber daran teilnimmt, oder welche Erkenntnisse oder Ergebnisse die betreffende Person mitnehmen will.

3. Begegnen Sie Ihren Gesprächspartner:innen offen

Lassen Sie Ihre Vorstellungen über ihre Gesprächspartner:innen und darüber, wie der Austausch bestenfalls verlaufen sollte, am besten „draußen vor der Tür“. Die besten Gespräche sind meist die, bei denen Sie offen und damit frei von Erwartungen sind.

Sehen Sie Ihr Gegenüber als ein „weißes Blatt“. Lassen Sie sich überraschen, was diese Person – ganz besonders wenn Sie diese bereits zu kennen glauben – mit Ihnen teilen und Sie inspirieren wird. Sprechen Sie auch über sich selbst, zeigen Sie Ihre Expertise und inspirieren Sie Ihr „Publikum“ mit Informationen, die im Gedächtnis bleiben.  

4. Steuern Sie Ihre nonverbalen Signale bewusst

Die eigene Körpersprache wird im Rahmen der Kommunikation häufig unterschätzt! Dabei ist sie der Grundstein für ein erfolgreiches Gespräch. Denn wenn Gestik, Mimik und Ausstrahlung im Widerspruch zu den gesprochenen Worten stehen, verliert das Gesagte an Glaubhaftigkeit.

Ihr Gegenüber wird Ihnen ansehen, wenn es Sie nicht (mehr) interessiert. Seien Sie sich darüber bewusst, dass Sie dies nicht nur denken, sondern ausstrahlen. Behalten Sie daher im Austausch mit anderen Ihre nonverbale Kommunikation stets im Hinterkopf und steuern Sie Ihre Signale bewusst.

Ehrliches Interesse ist spürbar. Es entscheidet darüber, ob Ihr Gegenüber mit Ihnen in den Austausch geht bzw. bleibt. Sobald Sie merken, dass Sie der Gesprächsinhalt nicht (mehr) interessiert, gibt es zwei Möglichkeiten: Wechseln Sie das Thema, und schauen Sie, ob es doch noch gemeinsame Interessen gibt. Alternativ bringen Sie das Gespräch zeitnah zu Ende.

5. Verabschieden Sie sich mit Wertschätzung

Eine der wichtigsten Spielregeln beim Netzwerken lautet: Geben. Berufseinsteiger:innen können im persönlichen Austausch regelmäßig von Expertise, Kontakte, Empfehlungen usw.  berufserfahrener Gesprächspartner:innen profitieren. Nicht selten zermartert man sich als Berufsanfänger:in am Ende eines guten Gesprächs den Kopf, was man selbst zurückgeben kann. Diese Frage stellt sich ganz besonders dann, wenn man selbst noch nicht über entsprechende Expertise, Kontakte usw. verfügt.

Machen Sie es sich leicht: Nutzen Sie die Verabschiedung dafür, Ihrem Gegenüber Ihre Wertschätzung zu zeigen. Formulieren Sie Ihre Anerkennung so konkret wie möglich. Wie hat Sie diese Person inspiriert? Was war für Sie besonders interessant? Welchen besonderen Tipp nehmen Sie aus dem Austausch mit? Sagen Sie es, und lassen Sie so Ihr Gegenüber mit einem Lächeln davonziehen! Auch wenn es banal und selbstverständlich erscheint, auf diese Weise geben Sie etwas zurück.

Sie haben die Netzwerksituation gemeistert. Gratulation.

Belassen Sie es jedoch nicht dabei, sondern überlegen Sie sich, was Sie tun können, um mit für Sie interessanten Personen im Austausch zu bleiben.Vernetzen Sie sich (auch) virtuell, um den neu gewonnenen Kontakt nicht wieder zu verlieren. Stellen Sie regelmäßig innerhalb von 72 Stunden eine Vernetzungsanfrage in den sozialen Netzwerken. Gehen Sie ihrer Anfrage auf das Gespräch ein und zeigen Sie so, dass Ihnen Ihr Gegenüber im Gedächtnis geblieben ist.

Machen Sie Ihr Netzwerk immer wieder und immer mehr zu Ihrem Erfolgsmotor, indem Sie mit ausgewählten Kontakten in den weiteren persönlichen Austausch gehen. Verabreden Sie sich z. B. zu einem virtuellen Kaffee, um Gespräche zu vertiefen und Verbindungen auszubauen.

Trauen Sie sich. Legen Sie einfach los! Netzwerken lässt sich lernen. Lassen Sie sich inspirieren und inspirieren Sie! 

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