Studium: Mit Kind an die Uni? Viele Hochschulen unterstützen Eltern

Doppelbelastung zwischen Windelwechseln, Hausarbeit und Vorlesung: Mit Kind zu studieren ist nicht immer einfach. Doch es gibt Unterstützung. Wir haben ein paar Beispiele gesammelt.

Wie viele Studierende haben eigentlich Kinder?

Im Sommersemester 2016 hatten sechs Prozent aller Studierenden mindestens ein Kind. Das geht aus der 21. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks (1) hervor. Frauen waren dabei etwas häufiger vertreten als Männer: Es gab etwa 71.000 Mütter und rund 60.000 Väter. Laut der Befragung hatten die Studierenden durchschnittlich 1,6 Kinder – mehr als die Hälfte von ihnen hatte ein Kind (55 %), ein knappes Drittel zwei Kinder (32 %) und zwölf Prozent drei oder mehr Kinder. Fast die Hälfte der Kinder war bis zu drei Jahre alt, weitere 16 Prozent im Alter zwischen vier und sechs Jahren. Ein Fünftel aller Kinder der Studierenden war im schulpflichtigen Alter zwischen sieben und 15 Jahren.

Student:innen mit Kind waren nach Angaben der Studie häufiger als jene ohne Kind in einem Teilzeit-Studiengang immatrikuliert (10 Prozent im Vergleich zu 2 Prozent). Zudem waren 93 Prozent der Studierenden ohne Kind in einem Präsenz-Studiengang eingeschrieben, aber nur 88 Prozent der Studierenden mit Kind. Diese studierten häufiger berufsbegleitend.

Wie lässt sich der Studienalltag mit Kind vereinbaren?

Wer studiert, muss zeitlich flexibel sein: Oftmals wechseln die Stundenpläne in jedem Semester oder Klausuren häufen sich in der Prüfungszeit. Um Eltern dabei zu helfen, bieten viele Universitäten eine Kinderbetreuung an. Nach Angaben des Studentenwerks gibt es an den deutschen Hochschulen insgesamt 211 Kindertagesstätten mit rund 9.200 Plätzen. Selbst für die ganz Kleinen gibt es ein Betreuungsangebot: Für die Altersgruppe von null bis drei Jahre standen demnach etwa  4.700 Plätze zur Verfügung. Außerdem gibt es an vielen Standorten eine Notfallbetreuung, Eltern-Kind-Räume, Babysitter-Pools sowie eine Ferien- und Wochenendbetreuung.

Unter Umständen ist es auch möglich, das Kind mit in die Vorlesung oder in das Seminar zu nehmen. Das sollten die Student:innen aber auf jeden Fall vorher mit den jeweiligen Dozent:innen absprechen und auch klären, ob sie beispielsweise den Saal verlassen können, wenn das Kind weint oder unruhig ist.

Viele Universitäten versuchen, Studierenden mit Kindern den Alltag zu erleichtern und sie zu entlasten. Neben den oben genannten Betreuungsmöglichkeiten gibt es aber noch weitere Hilfen: So bietet beispielsweise das Studierendenwerk Freiburg für studentische Familien Zwei- und Drei-Zimmer-Wohnungen an. Außerdem gibt es ein „Vernetzungstreffen studierender Eltern“ – also ein Treffen bei dem sich die Student:innen austauschen können -, eine Babysitterbörse und Kinderhochstühle in der Mensa.

Muss ich mit Kind auf ein Auslandssemester verzichten?

Auch mit Kindern ist ein Auslandssemester grundsätzlich möglich – wenn man es gut vorbereitet. Die Internetplattform „Studieren mit Kind“ (3) gibt Tipps dazu. So sollte man sich beispielsweise über den richtigen Zeitpunkt Gedanken machen – wann ist das Kind alt genug für eine solche Reise, wann passt das Auslandssemester gut ins Studium? Auch bei der Wahl des Landes sollte man vorher einmal überlegen, was mit Kind machbar ist. Auch die Hochschule Wismar (4) bietet auf einer eigenen Plattform viele Informationen zum Auslandsstudium mit Kind. Auf der Internetseite kann man beispielsweise auch Erfahrungsberichte von Student:innen lesen, um Informationen direkt von anderen Eltern zu bekommen. 

Welche finanzielle Unterstützung gibt es für Studierende mit Kindern?

Nach Angaben des Studentenwerks (5) gibt es eine ganze Reihe von Finanzierungsmöglichkeiten für Student:innen mit Nachwuchs. Genannt werden beispielsweise

Allerdings ist es gar nicht so leicht, den Überblick darüber zu behalten, für welche Förderung man die Kriterien erfüllt. Das Studentenwerk empfiehlt studierenden Eltern daher, zur Sozialberatung an den jeweiligen Hochschulen zu gehen und sich helfen zu lassen.

Welche Hilfen bekomme ich während der Schwangerschaft?

Für schwangere und stillende Studentinnen gilt seit Januar 2018 das Mutterschutzgesetz, dessen Ziel es ist, den bestmöglichen Gesundheitsschutz für die Frauen zu gewährleisten und sie vor Nachteilen durch Schwangerschaft oder Stillzeit zu schützen. Schwangere oder Stillende dürfen beispielsweise am Sonntag oder an Feiertagen nicht arbeiten – es sei denn, sie wollen das ausdrücklich. Aufgrund einer Schwangerschaft können sich Studierende oftmals auch vom Studium beurlauben lassen. Das bedeutet, dass sie in dieser Zeit zwar weiterhin eingeschriebene Studierende sind, aber keine Lehrveranstaltungen besuchen dürfen und keine Prüfungsleistungen erbringen können.

Viele Universitäten bieten bereits in der Schwangerschaft auch ausführliche Beratungen an – etwa über die Sozialberatung des Studentenwerks – oder verweisen auf externe Hilfsangebote.

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