Arbeitgeberinterview | GvW Graf von Wesphalen, Internationale Kanzlei für Wirtschaftsrecht

Graf von Westphalen ist eine international tätige mittelständische Wirtschaftskanzlei mit Sitz in Hamburg. Wir sprachen mit Corinna Lindau, sie ist Partnerin bei GvW und engagiert sich seit vielen Jahren in der Referendariatsausbildung.

Beschreiben Sie GvW Graf von Westphalen mit drei Schlagworten

Führend – Fokussiert – Fair. So lautet unser Leitbild. Das ist schon ganz treffend.

Zu Ihren Schwerpunkten als Verwaltungsrechtlerin gehören „Infrastruktur und Öffentlicher Sektor“ sowie „Umweltrecht und Planungsrecht“. Was macht die Faszination in diesem Tätigkeitsbereich für Sie aus? Wie sieht Ihre tägliche Arbeit aus?

Gerade das Umweltrecht ist ein sehr dynamischer Bereich, da gibt es ständig Neuerungen, so dass es fordernd und spannend bleibt. Besonders schätze ich die interdisziplinäre Arbeit mit den fachlichen Expert:innen. Die Arbeitstage sind ganz unterschiedlich: Von der intensiven rechtlichen Arbeit an Schriftsätzen bis zu großen Abstimmungs- und Verhandlungsrunden. Es ist sehr abwechslungsreich.

Sie waren ein wichtiger Teil eines der umfangreichsten Verfahren „dem Tunnelbau unter dem Fehmarnbelt zwischen Dänemark und Schleswig-Holstein“. Worin lagen die Herausforderungen bei diesem Großverfahren?

Der Umfang der Unterlagen und der zu bearbeitenden Rechtsfragen (von Tunnelsicherheit bis Meeresumweltschutz) war eine echte Herausforderung. Um das zu schaffen, brauchten wir ein großes Team von Anwält:innen und natürlich sehr viel fachliche Unterstützung.

Sie selbst haben Ihre Karriere bei GvW als wissenschaftliche Mitarbeiterin gestartet und sind nun Partnerin. Wie sieht so ein Karriereweg aus?

Für mich ging das Stück für Stück: Erst einmal musste ich überhaupt die Entscheidung treffen, Anwältin zu werden. Das fiel mir leichter, weil ich das Team als WiMi schon kennengelernt hatte. Dann musste ich mich erst einmal fachlich einarbeiten, mich weiter spezialisieren und langsam selbstständig werden. Ich wurde wirklich hervorragend unterstützt, so dass das (fast) ganz von allein einfach immer weiter ging.

Auf welche Ihrer / jüngsten Entwicklungen / Initiativen / Auszeichnungen ist GvW oder sind Sie persönlich besonders stolz?

Natürlich freuen wir uns im Personalbereich über jede Nominierung und Auszeichnung. Ich persönlich finde es aber besonders schön, dass wir sehr viele Bewerber:innen haben, die auf persönliche Empfehlung zu uns kommen und natürlich wenn frühere WiMis und Referendar:innen später als Anwält:innen zurückkommen.

Was sind die mittelfristigen Perspektiven und Wünsche von GvW (Unternehmensziele)

Beim Recruiting wollen wir auch zukünftig die besten Bewerber:innen ansprechen. Dafür arbeiten wir ständig an der Verbesserung unserer Ausbildung – sowohl für die Referendar:innen als auch die Associates. Das geht von der Unterstützung im Studium über die Ausbildung im Referendariat bis zur berufsbegleitenden Fortbildung. Dabei engagieren sich auch viele Kolleg:innen, z.B. als Mentor:innen.

Wie würden Sie Ihre Unternehmenskultur bei GvW beschreiben?

Die Unternehmenskultur ist ausgesprochen offen und kollegial. Der Umgang miteinander – sowohl zwischen den Partner:innen als auch mit den Associates und den nichtjuristischen Mitarbeiter:innen – ist sehr kollegial. Ich komme sehr gern ins Büro.

Was schätzen Sie an Ihren Kolleg:innen am meisten?

Es gibt hier tolle Jurist:innen: Sowohl die Fachdiskussionen im eigenen Bereich als auch der Austausch mit anderen Rechtsgebieten machen wirklich Spaß. Die Türen stehen hierfür immer offen. Genauso wichtig finde ich aber ein gutes Miteinander. Hier arbeiten ganz unterschiedliche Menschen und der Umgang ist sehr angenehm – sonst würde ich hier auch nicht so gerne arbeiten.

Was ist Ihnen bei neuen Mitarbeiter:innen bei GvW am wichtigsten?

Natürlich brauchen wir auf Anwaltsebene gute Jurist:innen. Aber die neuen Kolleg:innen müssen auch ins Team passen. Man verbringt ja sehr viel Zeit miteinander, da dürfen alle ganz unterschiedlich sein, aber die Chemie muss natürlich schon stimmen. Da ist es optimal, wenn man sich schon im Rahmen einer Referendariatsstation kennenlernen konnte.

Sie engagieren sich seit vielen Jahren bereits in der Hamburger Referendarausbildung. Was erwarten Sie von einem idealen Kandidaten für GvW (für Praktika / Werkstudententätigkeit / Referendariat / Abschlussarbeiten / Festanstellung)?

Hier gilt im Prinzip das Gleiche wie für den Anwaltsbereich. Wobei wir ausdrücklich nicht nur einen ganz bestimmten „Typ“ suchen. Gerade bei den Referendar:innen sind manche schon ganz spezialisiert auf ein Rechtsgebiet, manche noch gar nicht festgelegt. Auch die Lebensläufe sind ganz unterschiedlich – je nach persönlicher Situation. Da sind wir ganz offen und wir empfinden das als Bereicherung.

GvW gilt bei Nachwuchsjuristen als eine der besten Adressen für das Referendariat. Worin unterscheiden sich Ihre Angebote von den Mitbewerbern und können diese mit denen einer Großkanzlei konkurrieren?

Natürlich bieten auch wir umfangreiche Unterstützung bei der Examensvorbereitung (Seminare, Klausurenkurs, Aktenvorträge, Englischunterricht etc.). Aber ich glaube der große Pluspunkt bei uns ist die persönliche Ausbildung und die Einblicke, die die Referendar:innen dadurch bei uns gewinnen. Die Partner:innen geben sich viel Mühe, geeignete Fälle auszusuchen und umfassendes Feedback zu geben. Darüber hinaus unterstützen die Associates als Mentor:innen, um eine optimale Einbindung in die Dezernate und den Kanzleiallteag zu gewährleisten. So ist die Station bei uns auch eine Art „Schnupperstunde“ für den anschließenden Berufseinstieg.

Wo werden Praktikanten und Referendare bei GvW eingesetzt?

In der mandatsbezogenen Arbeit: Wir versuchen möglichst examensrelevante Aufgaben zu vergeben: Schriftsätze, Mandantenschreiben etc. Natürlich laufen unsere Akten so nicht im Examen, aber die Grundlagen kann man hieran sehr gut lernen. Und natürlich kommen sowohl die Referendar:innen als auch die Praktikant:innen nach Möglichkeit mit zu den dazugehörigen Terminen.

Welche Programme bietet GvW für Einsteiger und Mitarbeiter an?

Für unsere Associates haben wir ein begleitendes Fortbildungsprogramm namens F.A.K.T. Das steht für „Führung, Akquise, Kommunikation und Teamgeist“. Hier werden die persönlichen Kompetenzen in diesen Bereichen gefördert. Besonders geschätzt wird dabei auch der Austausch mit den Associates der anderen Standorte, denn die Seminare werden nach Berufsjahren aufgeteilt.

GvW hat einen großen You-Tube Kanal, der Karrieremöglichkeiten aufzeigt aber auch spannende Einblicke in Prozesse gewährt. Welche Rolle spielt Ihr Video-Blog für die Gewinnung von neuer Bewerber:innen und Mandant:innen?

Gerade von Bewerber:innen werden wir in der Tat häufig auf unsere Videos angesprochen, die kommen sehr gut an. Ich glaube, sie geben ein bisschen mehr Einblick in die Arbeit bei GvW, aber auch in das Miteinander als nur eine Website mit Fotos.

GvW hat einen Frauenanteil von etwa 50% bei Berufseinsteigerinnen/Associates. Der Weg in die Partnerschaft bleibt vielen Juristinnen jedoch leider verwehrt. Was sind aus Ihrer Sicht die Gründe dafür?

Ich glaube „verwehrt“ ist das falsche Wort, das klingt als würden sie es versuchen, aber nicht schaffen. Das stimmt ja nicht. Leider entscheiden sich sehr viele Kolleginnen schon vorher, lieber in den öffentlichen Dienst oder ein Unternehmen zu wechseln. Der Grund ist wohl die Sorge um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Und es hilft natürlich auch nicht gerade, dass es so wenige Partnerinnen gibt, da fehlen die Vorbilder. Wir versuchen das Thema bei GvW gerade anzugehen. Wichtig finde ich eine offene Kommunikation zu dem Thema, die fehlte in der Vergangenheit wohl oft. Ich habe das Gefühl, dass die jüngere Generation schon mit einem ganz anderen Selbstverständnis herangeht, das wird bei der Findung der besten Fördermöglichkeiten sehr helfen.

Was raten Sie jungen Juristinnen für Ihre Karriereplanung?

Ich glaube nicht, dass es einen allgemeingültigen Plan gibt. Ich finde es wichtig, sich selbst regelmäßig zu fragen, ob man zufrieden ist oder ob es Änderungsbedarf gibt. Das Ergebnis sollte man dann kommunizieren, damit sich auch etwas ändern kann.

Insgesamt muss man seinen ganz eigenen Weg finden, da können andere unterstützen, aber man selbst muss die Entscheidungen treffen. Das gilt auch und gerade für den Weg in die Partnerschaft: Der ist genauso unterschiedlich wie die jeweiligen Lebenswege, man sollte sich da nicht zu viel vergleichen.

Können Sie bei GvW auch mit internationalen Projekten aufwarten oder Ihren Mitarbeiter:innen das Arbeiten im Ausland bieten?

In vielen Bereichen gehören internationale Projekte natürlich zum Tagesgeschäft. Wir haben Partnerkanzleien im Ausland, mit denen wir regelmäßig zusammenarbeiten. Da sind auch Secondments möglich. Das gilt auch für das öffentliche Recht, wenn es z.B. um das Lebens- oder Futtermittelrecht geht oder im Umweltrecht bei grenzüberschreitenden Projekten wie zuletzt dem Fehmarnbelttunnel.

Welchen der Standorte von GvW finden Sie am schönsten?

Hamburg – natürlich! Wobei ich sehr gerne an die andere Standorte komme – in München durfte ich sogar zwei Monate arbeiten, das war eine tolle Erfahrung.

Warum arbeiten Sie gerne für GvW?

Ich hatte hier die Möglichkeit, mich wirklich zu spezialisieren und wir begleiten sehr spannende Projekte. Genauso wichtig ist mir aber die gute Teamarbeit. Ich arbeite hier mit allen gerne zusammen und der Austausch ist immer wieder bereichernd.

Welche Vorteile hat es in einer mittelständischen Wirtschaftskanzlei zu arbeiten?

Ich habe das Gefühl, dass ich hier richtig mitgestalten kann. Das ist mir wichtig.

Was ist für Sie das größte Glück bei Ihrer Arbeit?

Wenn man im Team etwas geschafft hat und sich hierher gemeinsam freuen.

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