Flexibilität gewinnt: Warum flexible Arbeitszeiten für Frauen oft entscheidend sind
Für 66 Prozent der Frauen ist Flexibilität der wichtigste Faktor bei der Stellensuche. Doch warum ist das so – und was bedeutet das für Arbeitgeber?
Flexibilität gewinnt: Warum flexible Arbeitszeiten für Frauen oft entscheidend sind
„Flexible Arbeitszeit-Einteilung“ gehört zu den Top-3-Kriterien für Frauen. Wir zeigen, wie Unternehmen durch flexible Modelle attraktiver werden – und warum Messen ideale Touchpoints für diese Botschaften sind.
Für manche ist es Lifestyle-Teilzeit und arbeitsfaules Herumlümmeln. Frauen in ganz Deutschland sehen das jedoch ganz anders, sie nennen es: Care-Arbeit, Familienzeit, Ehrenamt, Pflegeleistung.
Teilzeitmodelle und flexible Arbeitszeiten sind grundsätzlich für viele Arbeitnehmende ausschlaggebend bei der Auswahl einer Stelle, eines Berufs. Vor allem gilt das nach wie vor für Frauen, denn die Care-Arbeit – eine unbezahlte Arbeit, ohne die die Gesellschaft nicht funktioniert – liegt weiterhin überwiegend bei Frauen. Der Gender-Care-Gap ist riesig.
9 Stunden mehr Care-Arbeit – pro Woche!
Frauen leisten 44 Prozent mehr unbezahlte Arbeit als Männer. Frauen führen im Durchschnitt knapp 30 Stunden pro Woche unbezahlte Arbeit aus, Männer knapp 21 Stunden. Da wir alle die gleichen Stunden pro Woche zur Verfügung haben, müssen die 9 Stunden mehr ja irgendwoher kommen. Und oft kommen sie aus dem Zeitbudget, das für bezahlte Arbeit vorhanden ist.
Vollzeit, Teilzeit und der Wunsch nach so viel mehr
91,3 % der erwerbstätigen Väter waren 2024 vollzeitbeschäftigt, während nur 8,7 % einer Teilzeittätigkeit nachgingen. Ganz anders bei den Müttern: 25,6 Prozent gingen einer Vollzeitbeschäftigung und 74,4 Prozent einer Teilzeitbeschäftigung nach.
Man kann diese Zahlen nicht auf Kleinstkinder und den höheren Care-Bedarf des jungen Alters schieben: nicht mal 4 von 10 Frauen mit Kindern im schulpflichtigen Alter, also ab 6 Jahren, gingen 2024 einer Vollzeittätigkeit nach. Jede vierte erwerbstätige Mutter empfindet dabei ihre Zeit für Erwerbsarbeit als zu knapp bemessen. Knapp jede Zweite in Teilzeit würde ihre Arbeitszeit gern erhöhen, wenn betriebliche Bedingungen wie Flexibilität, Kommunikation und Karriereperspektiven verbessert würden, ergab eine Studie des BMBFSFJ 2025.
In der Masse sind das nicht nur ein paar Stunden, wir reden hier von einem Potenzial von bis zu 14 Millionen zusätzlicher Wochenstunden Arbeitsleistung. Wir schielen mal kurz rüber zum Fachkräftemangel – die zusätzliche Arbeitswilligkeit von Müttern entspricht 350.000 Vollzeitäquivalenten.
Es ist ja übrigens nicht so, dass nicht auch einige Männer mehr Zeit für Zuhause haben wollen, denn jeder vierte Vater findet, dass er zu viel Zeit im Job verbringt. Unterm Strich sind also Mütter und Väter unzufrieden mit der Situation. [1],[2],[3],[4]
Diversity
Diversity in Beruf & Studium
Vielfalt bereichert. Hier erfährst Du, wie divers der Arbeitsmarkt ist, wie Arbeitgeber Diversity fördern und wie Arbeitnehmer davon profitieren.
Was Frauen von Arbeitgebern erwarten
Die Bedingungen müssen stimmen, ergab die Studie des BMBFSFJ. 91 Prozent der Mütter sehen neben dem Staat auch die Arbeitgeber:innen in der Verantwortung, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu ermöglichen.
Flexibilität vorneweg
Flexibilität und Unterstützung sind für arbeitnehmende Frauen entscheidend bei der Stellenauswahl. Für 66 Prozent der Frauen ist Flexibilität der wichtigste Faktor bei der Suche nach einer neuen Stelle, bei den Männern sind es nur 55 Prozent.
Remote-Arbeit und planbare Freizeit
Die Corona-Pandemie hat es gezeigt: Viele Bürojobs können gut von zu Hause erledigt werden. Was damals erzwungenermaßen klappen musste, hat sich in vielen Unternehmen mittlerweile etabliert, auch wenn vereinzelt über Rückkehrzwang diskutiert wird.
Die Möglichkeit, remote zu arbeiten, ist für Frauen dabei deutlich relevanter als für Männer (48 Prozent vs. 40 Prozent). Auch freie Wochenenden und Feiertage spielen für Frauen eine größere Rolle (53 Prozent gegenüber 43 Prozent bei Männern).
Job-Sharing als Option
Der Druck, alles unter einen Hut zu bekommen, macht Frauen zu multiflexiblen Mitarbeiterinnen. So sieht jede zehnte Frau Job-Sharing als attraktives Arbeitsmodell an, wohingegen der Großteil der Männer mit nur 3 % Zustimmung deutlich verhaltener ist bei dem neuen Arbeitsmodell.
Recruiting
Themenschwerpunkt Recruiting
Zur Besetzung einer offenen Stelle gehören immer zwei dazu: Der oder die Kandidat:in und das Recruiting. Wir werfen einen Blick auf die aktuellen Methoden.
Büro vs. Care-Arbeit – die unsichtbare Zusatzschicht für Führungspositionen
Jede dritte Frau in Führungsposition sagt, dass sie mehr Care-Arbeit übernimmt als ihre Partnerin oder ihr Partner. Nur 16 Prozent der Männer geben das ebenso an. In lediglich jedem dritten Management-Haushalt ist die Care-Arbeit gleich verteilt. Das verstärkt den Druck, den Führungspersonen ohnehin empfinden. [5]
Erfolgsfaktor Karrieremessen
Karrieremessen sind der ideale Ort, um mit potenziellen Bewerberinnen ins Gespräch zu kommen und erlebbar zu machen, wofür ein Unternehmen steht. Gerade im Female Recruiting bieten sie die Chance, offen über flexible Arbeitsmodelle, Teilzeitoptionen, mobiles Arbeiten und familienfreundliche Strukturen zu sprechen. Persönliche Gespräche schaffen Vertrauen und ermöglichen es, individuelle Lebenssituationen zu berücksichtigen, mehr als es klassische Stellenausschreibungen abbilden könnten.
Unternehmen können hier authentisch zeigen, dass Vereinbarkeit von Familie und Beruf kein Schlagwort, sondern gelebte Praxis ist. Wer auf Augenhöhe kommuniziert und echte Einblicke gibt, positioniert sich als attraktiver Arbeitgeber für qualifizierte Frauen. So werden Karrieremessen zu einem wichtigen Baustein für nachhaltiges und erfolgreiches Recruiting.
Jobmessen & Karrieremessen
Karrieremessen von IQB & myjobfair
Unsere Jobmessen finden als Präsenzveranstaltung oder online statt und bieten Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteigern die ideale Orientierung in Sachen Karrierechancen.
Das Wichtigste in Kürze
- Gender-Care-Gap ist enorm: Frauen leisten 44 Prozent mehr unbezahlte Arbeit als Männer. Im Durchschnitt führen Frauen knapp 30 Stunden pro Woche unbezahlte Arbeit aus, Männer nur knapp 21 Stunden.
- 9 Stunden Unterschied pro Woche: Frauen leisten 9 Stunden mehr Care-Arbeit pro Woche als Männer. Diese zusätzlichen Stunden müssen aus dem Zeitbudget für bezahlte Arbeit kommen.
- Große Unterschiede bei Vollzeit und Teilzeit: 91,3 Prozent der erwerbstätigen Väter waren 2024 vollzeitbeschäftigt, während nur 25,6 Prozent der Mütter einer Vollzeittätigkeit nachgingen. 74,4 Prozent der Mütter arbeiten in Teilzeit.
- Arbeitszeitwunsch bei Müttern: Knapp jede zweite Mutter in Teilzeit würde ihre Arbeitszeit gern erhöhen, wenn betriebliche Bedingungen wie Flexibilität, Kommunikation und Karriereperspektiven verbessert würden. Dies entspricht einem Potenzial von bis zu 14 Millionen zusätzlicher Wochenstunden Arbeitsleistung.
- Unzufriedenheit auf beiden Seiten: Jede vierte erwerbstätige Mutter empfindet ihre Zeit für Erwerbsarbeit als zu knapp bemessen. Jeder vierte Vater findet hingegen, dass er zu viel Zeit im Job verbringt.
- Flexibilität als Top-Kriterium: Für 66 Prozent der Frauen ist Flexibilität der wichtigste Faktor bei der Suche nach einer neuen Stelle. Bei Männern sind es nur 55 Prozent.
- Remote-Arbeit wichtiger für Frauen: Die Möglichkeit, remote zu arbeiten, ist für Frauen deutlich relevanter als für Männer (48 Prozent vs. 40 Prozent). Auch freie Wochenenden und Feiertage spielen für Frauen eine größere Rolle (53 Prozent gegenüber 43 Prozent bei Männern).
- Job-Sharing als Alternative: Jede zehnte Frau sieht Job-Sharing als attraktives Arbeitsmodell an. Bei Männern sind es nur 3 Prozent.
- Care-Arbeit in Führungspositionen: Jede dritte Frau in Führungsposition sagt, dass sie mehr Care-Arbeit übernimmt als ihre Partnerin oder ihr Partner. Nur 16 Prozent der Männer geben das ebenso an.
- Karrieremessen als Recruiting-Tool: Berufsmessen bieten Unternehmen die Chance, offen über flexible Arbeitsmodelle und familienfreundliche Strukturen zu sprechen. Persönliche Gespräche schaffen Vertrauen und ermöglichen es, individuelle Lebenssituationen zu berücksichtigen.
Susanne Glück beschäftigt sich seit rund 115 Hundejahren mit Recruiting- und Employer-Branding-Plattformen für Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen. Als Geschäftsführerin der IQB Career Services kennt sie Recruiting-Prozesse sowohl aus Arbeitgeber:innen- als auch aus der Service-Perspektive eines Recruiting-Dienstleisters. In ihrer Freizeit geht sie am liebsten mit ihren zwei Shar Peis (Chinesische Faltenhunde – aus dem Tierschutz) spazieren.
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