
KI in Bewerbungsprozessen – Chancen und Risiken beim Einsatz künstlicher Intelligenz
KI-gestützte Bewerbungsprozesse sparen Zeit und Geld für Unternehmen, bergen aber Diskriminierungspotenzial. Die gekonnte Nutzung der KI kann Bewerbungschancen verbessern. Wir zeigen wie.
Der Einsatz von KI bei Bewerbungen: Effizienz mit Vor- und Nachteilen
Künstliche Intelligenz (KI) bahnt sich ihren Weg in die verschiedensten Lebens- und Arbeitsbereiche. Längst nutzen HR-Recruiter im Personalwesen die immer besser werdende KI-Technologie.
KI-basierte Auswertung von Bewerbungen ist eine effiziente Methode, die bereits von zahlreichen Unternehmen und Kanzleien genutzt wird, um das Bewerbermanagement zu optimieren.
Die Vorteile der KI-gestützten Bewerbungssichtung kommen auch Bewerber:innen zugute. Die entsprechenden KI-Systeme arbeiten schnell und effizient.
Die überwiegende Mehrheit der deutschen Unternehmen setzt bereits sogenannte KI-gesteuerte „Applicant Tracking Systeme“ (ATS) ein. In diesem Beitrag erfährst du alles zum Thema KI-gestützte Bewerbungsprozesse und wie du dieses Wissen bei der nächsten Bewerbung zu deinem Vorteil nutzen kannst.
Künstliche Intelligenz im Recruiting: Chancen, Trends und Best Practices 2025
Künstliche Intelligenz (KI) transformiert den Bewerbungsprozess grundlegend. Unternehmen setzen zunehmend auf intelligente Algorithmen, um die Personalauswahl effizienter, fairer und transparenter zu gestalten.
KI-gestützte Vorauswahl: Effizienz und Präzision
Ein zentraler Trend ist die automatisierte Vorauswahl von Bewerbungsunterlagen. KI-Systeme analysieren Lebensläufe, Anschreiben und Profile auf relevante Schlüsselbegriffe und Qualifikationen. Eine aktuelle Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB, 2024) zeigt, dass Unternehmen durch den Einsatz von KI den Auswahlprozess um bis zu 40 % beschleunigen konnten.
Effizienz von KI im Recruiting bei Workday
Workday, ein Anbieter von Unternehmens-Cloud-Anwendungen, hat KI-Agenten eingeführt, die HR-Prozesse optimieren. Sie automatisieren Aufgaben wie die proaktive Suche nach Kandidaten, die Kontaktaufnahme und die Empfehlung von Top-Talenten. In einem Forbes Interview erläutert Aashna Kircher, Group General Manager, CHRO Products bei Workday, dass die frühe Implementierungen dieses KI-gesteuerten Ansatzes die Kapazität der Recruiter im Durchschnitt um 54 % erhöht haben. Dies unterstreicht eindrucksvoll die Effizienzgewinne, die KI im Recruiting ermöglichen kann.
So überzeugen Bewerber im KI-Zeitalter
Um in einer KI-gestützten Vorauswahl erfolgreich zu sein, sollten Bewerber ihre Strategie anpassen:
- Schlüsselbegriffe hervorheben: Identifizieren Sie relevante Keywords und Kompetenzen aus der Stellenbeschreibung und integrieren Sie diese gezielt in Ihre Unterlagen.
- Authentizität und Klarheit: Verwenden Sie eine präzise und verständliche Sprache. Vermeiden Sie unnötigen Jargon und stellen Sie Ihre Erfahrungen klar dar.
- Regelmäßige Aktualisierung: Halten Sie Ihre beruflichen Profile (z.B. LinkedIn) und Bewerbungsunterlagen stets aktuell und vollständig.
Zukünftige Trends im KI-Recruiting
Neben der Vorauswahl gewinnen weitere KI-Anwendungen an Bedeutung:
- Chatbot-Interviews: Diese objektivieren und beschleunigen erste Bewerbungsphasen, indem sie häufig gestellte Fragen automatisiert beantworten und grundlegende Informationen sammeln.
- KI-basierte Videoanalysen: Hierbei werden Sprache, Mimik und Gestik automatisiert bewertet, um zusätzliche Einblicke in die Soft Skills und Kommunikationsfähigkeiten von Bewerbern zu gewinnen.
Für Bewerber bedeutet dies: Neben fachlicher Kompetenz und klaren Formulierungen wird die Fähigkeit, im digitalen Raum authentisch und überzeugend aufzutreten, immer wichtiger.
Vorteile von KI für Unternehmen und Bewerber
Künstliche Intelligenz bietet beiden Seiten Vorteile:
- Erhöhte Fairness und Objektivität: KI kann dazu beitragen, unbewusste Vorurteile im Auswahlprozess zu reduzieren, indem sie sich auf objektive Kriterien konzentriert.
- Effizientere und schnellere Prozesse: Die Automatisierung von Routineaufgaben beschleunigt den gesamten Recruiting-Zyklus.
- Präzisere Kandidatenidentifikation: KI hilft, die am besten geeigneten Talente für spezifische Rollen zu finden, was zu einer höheren Qualität der Einstellungen führt.
Bewerber, die die Funktionsweise von KI verstehen und ihre Bewerbungsstrategien entsprechend anpassen, sichern sich langfristig Wettbewerbsvorteile auf dem Arbeitsmarkt.
Was ist KI-gestützte Bewerbungssichtung?
Die Rekrutierung von Personal ist ein komplexer Prozess, der viel Zeit in Anspruch nimmt. Mit der KI-gestützten Bewerbungssichtung haben Unternehmen die Möglichkeit, diesen Prozess effizienter und schneller abzuwickeln, um ungeeignete Kandidatinnen und Kandidaten von vornherein herauszufiltern. Dabei analysieren KI-Systeme Bewerbungsunterlagen, extrahieren relevante Informationen und bewerten Bewerber auf der Grundlage vordefinierter Kriterien.

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Wie funktioniert eine KI-gestützte Bewerbungssichtung?
KI-Systeme nutzen Technologien wie maschinelles Lernen und Natural Language Processing (NLP), um Bewerbungsunterlagen zu analysieren. Dabei können sie einzelne Bewerbungen auf der Grundlage vom Unternehmen festgelegter Kriterien, wie beispielsweise Qualifikationen, Berufserfahrung oder spezifische Fähigkeiten, bewerten und so ungeeignete Kandidat:innen bereits im Vorfeld aussieben.
Die Software kann dann sogar automatische Absagen an die aussortierten Kandidat:innen schicken und interessante Kandidaten:innen einladen. Daher kann es ein entscheidender Vorteil für Bewerber:innen sein, zu verstehen, wie die KI-gestützte Bewerbungssichtung funktioniert. So ist es möglich, die Bewerbung anzupassen, um nicht im Vorfeld aussortiert zu werden.
Künstliche Intelligenz im Unternehmen: Neue Herausforderungen für das Arbeitsrecht
Künstliche Intelligenz hält Einzug in den Arbeitsalltag – und stellt das Arbeitsrecht vor neue Herausforderungen. Die europäische KI-Verordnung bringt klare Vorgaben für den Einsatz von KI-Systemen im Unternehmen, insbesondere im Personalbereich. Ab August 2026 gelten diese Systeme als hochriskant und unterliegen strengen Compliance-Pflichten. Arbeitsrechtler:innen müssen sich frühzeitig mit Mitbestimmung, Richtlinien und Haftungsfragen auseinandersetzen.
Beitrag: KI im Arbeitsrecht
Vorteile von KI-gestützten Bewerbungsprozessen aus Bewerbersicht
Die Vorteile der KI-gestützten Bewerbungssichtung kommen auch Bewerber:innen zugute. Die entsprechenden KI-Systeme arbeiten schnell und effizient. Eine Vielzahl von Bewerbungen kann so schneller gesichtet werden, was den Bewerbungsprozess im Allgemeinen deutlich beschleunigt.
Dadurch können geeignete Kandidat:innen auch mit einer schnelleren Absage oder Einladung zu einem Gespräch oder der nächsten Bewerbungsrunde rechnen. Zudem reduziert sich das Risiko von Diskriminierung, da eine KI immer objektiv anhand der vordefinierten Merkmale wie Qualifikationen, praktischer Erfahrung und sonstigen Fähigkeiten auswählt und bewertet.
Nachteile von KI-gestützten Bewerbungsprozessen aus Bewerbersicht
Natürlich gibt es durch eine KI-gestützte Bewerbungssichtung auch einige Nachteile für Bewerber:innen:
- Fehlende persönliche Einschätzung: KI-Systeme können nur Daten analysieren, doch fehlt ihnen die Möglichkeit, menschliche Interaktion zu bewerten
- Risiko der Fehlinterpretation: KI-Systeme basieren auf Algorithmen, welche Sprache und Kontext im Einzelfall missinterpretieren können. Dadurch können wichtige Aspekte einer Bewerbung übersehen oder missverstanden werden.
- Beschränkung auf vordefinierte Kriterien: KI-Systeme bewerten Bewerbungen auf der Grundlage vordefinierter Kriterien. Dies kann dazu führen, dass unkonventionelle, aber dennoch qualifizierte Kandidat:innen, die möglicherweise nicht alle Kriterien erfüllen, aussortiert werden. Zugleich können auch die vordefinierten Kriterien diskriminierend sein, so dass die KI von Anfang an nicht objektiv arbeitet.
- Datenschutzbedenken: Es kann Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes geben, da persönliche Daten von Bewerbern von einer KI analysiert und gespeichert werden.
Durch Verständnis für die relevanten Faktoren und die strategische Nutzung der KI-gesteuerten Bewerbungssichtung kannst du den technologischen Wandel nutzen und deine Chancen auf eine erfolgreiche Bewerbung erheblich steigern
Langfristig wird es auch für KI-gestützte Bewerbungsprozesse regulatorische Vorgaben und Richtlinien geben, um Diskriminierung zu vermeiden und Unvoreingenommenheit zu gewährleisten. Bereits heute gibt es in den meisten Ländern Gesetze, die Diskriminierung aufgrund von Geschlecht, Alter, Rasse, Religion und anderen geschützten Merkmalen verbieten. Diese Gesetze gelten auch für den Rekrutierungsprozess und entsprechend für KI-gestützte Bewerbungssichtungen.
Darüber hinaus arbeiten Unternehmen, die KI-Systeme für die Bewerbungssichtung entwickeln, in der Regel eng mit den jeweiligen Rechts- und Compliance-Abteilungen zusammen, um sicherzustellen, dass die KI-Systeme fair und unvoreingenommen handeln und es zu keiner Diskriminierung der Bewerber:innen kommt.

Bewerbung
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Ein Traumjob ist ausgeschrieben? Dann nichts wie ran an die Bewerbung. Doch ob Anschreiben, Lebenslauf oder Vorstellungsgespräch: Jeder dieser Schritte hat es in sich. Wie punktet man bei Personalern? Hier erhältst Du wichtige Tipps für Deine Bewerbung.
So kannst du den Einsatz Künstlicher Intelligenz bei Bewerbungen zu deinem Vorteil nutzen
Als Bewerber:in kannst du die KI-Technologie zu deinem Vorteil nutzen, indem du einige grundlegende Regeln befolgst. Dazu gehören beispielsweise:
- Verwendung relevanter Schlüsselwörter: KI-Systeme suchen oft nach spezifischen Schlüsselwörtern, die mit den Anforderungen der ausgeschriebenen Stelle übereinstimmen, du solltest sicherstellen, dass die relevanten Schlüsselwörter zu identifizieren und in Lebenslauf und Anschreiben ausreichend abzubilden.
- Konkrete und präzise Angaben: KI-Systeme bevorzugen in der Regel konkrete und präzise Angaben. Versuche daher, allgemeine und schwammige Formulierungen zu vermeiden und konzentriere dich stattdessen auf deine Fähigkeiten, Erfahrungen und Qualifikationen.
- Formatierung beachten: Auch wenn kreative Bewerbungen, die von gewohnten Mustern abweichen, von Recruitern positiv wahrgenommen werden, kann es sein, dass ein KI-System diese nicht zuordnen kann und deine Bewerbung daher aussortiert.

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Fazit: KI-gesteuerte Bewerbungssichtung
In Zukunft werden Bewerbungsprozesse in Unternehmen zunehmend mithilfe von KI-Technologie ablaufen. Durch Verständnis für die relevanten Faktoren und die strategische Nutzung der KI-gesteuerten Bewerbungssichtung kannst du den technologischen Wandel nutzen und deine Chancen auf eine erfolgreiche Bewerbung erheblich steigern.
Allerdings sollte KI nicht dazu dienen, Entscheidungen gänzlich autonom zu treffen, sondern vielmehr dazu, Verfahren effizienter zu gestalten. In jeder Phase des Auswahlprozesses sollten weiterhin Menschen involviert sein – idealerweise ein diverses Panel, das unterschiedliche Perspektiven einbringt und für eine faire Bewertung sorgt. Nur so bleibt genug menschlicher Einfluss erhalten, um Verzerrungen und Fehlentscheidungen zu minimieren. Die Entwicklung hin zu einer stärker automatisierten Bewerberauswahl gibt jedoch Anlass zur Sorge, da sie – bei unkritischer Anwendung – die Gefahr birgt, wichtige soziale und individuelle Aspekte der Bewerber:innen nicht ausreichend zu berücksichtigen.
Dieser Artikel wurde im Mai 2023 veröffentlicht und zuletzt am 27. Juli 2025 aktualisiert.

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Das Wichtigste in Kürze – KI-gestützte Bewerbungsprozesse
- KI im Personalwesen: Künstliche Intelligenz (KI) wird vermehrt im HR-Bereich eingesetzt, um Bewerbungsprozesse zu optimieren.
- Effiziente Bewerbungsauswertung: KI-basierte Auswertung von Bewerbungen durch maschinelles Lernen und NLP beschleunigt den Prozess.
- Applicant Tracking Systeme (ATS): Viele Unternehmen nutzen KI-gesteuerte ATS zur schnellen Vorsortierung von Bewerber:innen.
- Vorteile für Bewerber:innen: Schnelle, objektive Bewertung; beschleunigter Bewerbungsprozess; Reduktion von Diskriminierung.
- Funktion der KI-gestützten Sichtung: KI analysiert Bewerbungsunterlagen, bewertet Kandidat:innen anhand vordefinierter Kriterien.
- Vor- und Nachteile: Pro – Effizienz, Objektivität; Kontra – fehlende Menschlichkeit, Fehlinterpretation, Beschränkung auf Kriterien, Datenschutzbedenken.
- Regulatorische Richtlinien: Zukünftig werden Regeln eingeführt, um Diskriminierung zu vermeiden und Fairness zu gewährleisten.
- Nutzung als Bewerber:in: Verwendung relevanter Schlüsselwörter, präzise Angaben und geeignete Formatierung erhöhen Erfolgschancen.
- Fazit: KI-gesteuerte Bewerbungssichtung wird zur Norm, Verständnis und Anpassung steigern die Bewerbungs-Chancen.
FAQs – KI-gestützte Bewerbungsprozesse
KI-gesteuerte Bewerbungsprozesse verwenden künstliche Intelligenz (KI) zur effizienten Auswertung von Bewerbungen. Dabei werden Bewerbungsunterlagen automatisch analysiert und Kandidat:innen anhand vordefinierter Kriterien bewertet.
KI-basierte Systeme ermöglichen eine schnelle und effiziente Bewertung von Bewerbungen, was zu beschleunigten Antwortzeiten führt. Zudem kann sich das Risiko von Diskriminierung reduzieren, da die KI objektive Kriterien verwendet.
KI-Systeme nutzen Technologien wie maschinelles Lernen und Natural Language Processing, um Bewerbungsunterlagen zu analysieren. Anhand vordefinierter Kriterien werden Kandidat:innen bewertet und ungeeignete Bewerber:innen herausgefiltert.
KI kann menschliche Interaktion nicht bewerten, was zu fehlender persönlicher Einschätzung führt. Zudem besteht das Risiko der Fehlinterpretation von Sprache und Kontext. Die Bewertung ist auf vordefinierte Kriterien beschränkt, was unkonventionelle Bewerber:innen benachteiligen könnte. Datenschutzbedenken können ebenfalls auftreten.
Bewerber:innen sollten relevante Schlüsselwörter verwenden, konkrete Angaben machen und angemessene Formatierung wählen. Dies erhöht die Chancen, von KI-Systemen positiv bewertet zu werden.
Ja, in vielen Ländern existieren Gesetze, die Diskriminierung in Rekrutierungsprozessen untersagen. Zukünftig werden voraussichtlich mehr Richtlinien eingeführt, um faire und unvoreingenommene Nutzung von KI sicherzustellen.

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Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz hat erhebliche Auswirkungen auf unser berufliches Leben. Wir schauen uns die Vor- und Nachteile genauer an.
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